Die europäische Idee von Frieden, Freiheit, Bildung und Wohlstand für alle ist schon fantastisch – deshalb kann niemand, der für alle diese Werte steht, ernsthaft Europa komplett ablehnen. Aber das hier geht zu weit:
In Berlin jagt ein Opel-Krisengespräch das nächste, jetzt schaltet sich die EU-Kommission ein: Sie warnte die Regierungen in Berlin und in London davor, Autowerke im eigenen Land zu Lasten anderer EU-Staaten zu bevorzugen – das wäre ein Verstoß gegen europäisches Recht.
Ich darf doch davon ausgehen, das die betroffenen Minister alle möglichen Anstrengungen unternehmen, um möglichst viele OPEL-Arbeitsplätze zu retten. Dann kommen die nach so einer langen Nacht leider ohne Ergebnis aus den Verhandlungen, und müssen sich vorwerfen lassen, das sie andere europäische Werke außerhalb Deutschlands vernachlässigen?
Als Beispiel nannte ein Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, dass in einem EU-Staat keine Fabriken geschlossen werden dürfen, in einem anderen aber schon.
Ist das nicht völlig naiv? Soll die deutsche Bundesregierung etwa mit der Forderung in die Verhandlungen gehen, das kein deutscher und kein anderer europäischer Standort (wie zum Beispiel im belgischen Antwerpen) geschlossen werden darf? So ein Unsinn. Ich meine: mir wäre es auch recht, wenn ALLE Arbeitsplätze erhalten werden könnten. Aber ich fürchte weiß als Realist, das es gar nicht mehr darum geht, alle Arbeitsplätze zu erhalten – es geht darum zu retten, was noch zu retten ist.
Die EU-Kommission hat eingeräumt, Berlin sei bei der Suche nach einem Opel-Investor bislang “besonders ambitioniert” vorgegangen.
Ja, Bravo! Ich habe lange nichts so positives mehr von der deutschen Bundesregierung gehört. Es ist doch nur normal, das die DEUTSCHE Bundesregierung versucht, möglichst viel für Deutschland rauszuholen! Solche Wortmeldungen erschweren doch nur die Verhandlungen! Ich hätte gerne gewusst, wie ein gesamteuropäischer Wirtschaftsminister bei der Schließung einzelner Werke argumentiert hätte, wenn es denn einen geben würde!?



