Aber hallo! Da haben sich die Damen und Herren von der FDP ja eine wirklich glänzende Strategie einfallen lassen, um ihren Sinkflug in den Umfragen zu stoppen:
Die FDP will das Reformtempo der schwarz-gelben Koalition erhöhen und dabei besonders den Steuersenkungskurs beschleunigen. Dies vereinbarten die Spitzen von Partei und Fraktion während einer vierstündigen Sondersitzung am Sonntagabend in Berlin. Demnach soll noch vor der Steuerschätzung im Mai ein Konzept für weitere Steuersenkungen präsentiert werden.
Interessant. Sehr interessant! Wie schade für die FDP, das niemand zu erkannt haben scheint, dass ihre Vorhaben leider nicht mehrheitsfähig sind. Die halten sich jetzt für eine Volkspartei – in Wirklichkeit ist ihr völlig aufgeblasenes Wahlergebnis bei der letzten Bundestagswahl nur Resultat der großen Koalition und daraus resultierender Wechselstimmung gewesen. Das die FDP sich jetzt einbildet, dauerhaft Ergebnisse im Windschatten der SPD einfahren zu können, ist eine für die FDP absolut tragische Fehleinschätzung. Aber nun gut. Was zählt, ist ja ohnehin das Land und nicht die FDP.
Jedenfalls lehnen die Deutschen mehrheitlich die meisten Vorhaben der FDP ab – und genau diese Vorhaben sollen jetzt beschleunigt werden, wenn es nach dem Sinn der FDP geht. Aber die Mühe könnte man sich sparen – die Union wird vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen nichts bewegen und der FDP eher übel nehmen, das sie das mit CDU und CSU ausgehandelte Stillhalteabkommen gebrochen hat:
Die FDP will vor allem die weiteren Schritte bei einer Steuerstrukturreform einschließlich der damit verbundenen Sparmaßnahmen konkretisieren. Die Liberalen gehen damit auf Distanz zu dem Stillhalteabkommen in der Steuerfrage, das die drei Parteichefs der Koalition vor drei Wochen mühsam gefunden hatten. Damals hatten Angela Merkel (CDU), Horst Seehofer (CSU) und Guido Westerwelle vereinbart, dass konkrete Zahlen über Steuerentlastungen und Sparmaßnahmen zur Gegenfinanzierung erst nach der Steuerschätzung Anfang Mai genannt werden sollen.
Viel Spaß dabei! Und ganz nebenbei bemerkt ist das indirekt auch der Beweis dafür, das es auch der FDP bei dem Stillhalteabkommen zunächst um die Sicherung eines gutes Ergebnisses bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ging.



