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Mit ‘Antonia Rados’ getaggte Artikel

Nach längerer Pause geht es auch mit meiner Kategorie Plattenteller weiter – und zwar mit dem dritten Album von Blood, Sweat & Tears, das sinnigerweise den Namen “3″ trägt.

Wie alle drei Alben aus der ersten Ära mit David Clayton-Thomas trägt das Album den Bandnamen zuzüglich Nummerierung, was ja zum Beispiel auch Chicago gemacht haben und was ich irgendwie ziemlich langweilig finde. Aber natürlich ist das auch nebensächlich, denn auf “3″ befinden sich einige meiner Lieblingstitel von Blood, Sweat & Tears – auch wenn ich keiner der Hörer der Band bin, die sich für oder gegen einen der beiden prägensten Sänger (Clayton-Thomas und/oder Jerry Fisher) entscheiden können. Auffällig ist in jedem Fall, das die Band sich auf diesem Album häufig für Fremdkompositionen entschieden hat, was aber in keinster Weise negativ ins Gewicht fällt, weil Clayton-Thomas ohnehin die meisten Singlehits geschrieben hat und weil die Band auf bestes Material zurückgreifen konnte. Im Windschatten des grammy-prämierten Vorgängers konnte sich auf “3″ ebenfalls auf Platz 1 der amerikanischen Albumcharts platzieren.

Opener ist der Singlehit “Hi-De-Ho” (US #14), der von Gerry Goffin und Carole King geschrieben wurde, die ja zusammen etliche Hits für andere Künstler geschrieben haben – sie alle aufzuzählen, würde den Rahmen hier sprengen. Der Titel ist bei Last.FM nicht umsonst als “Nonsense Lyric” getaggt, aber irgendwie hört es sich doch hoffnungsvoll an, wenn Clayton-Thomas beschwingt singt: “Hi-De-Ho, Hi-De-Hi / Gonna get me a piece of the sky / Gonna get me some of that old sweet roll / Singin’ Hi-De-Hi-De-Hi-De-Hi-De-Hooooo” Dann das erste Highlight – “The Battle”, ein melancholischer Song über den Krieg und seine ganze Grausamkeit, die Stimme von Steve Katz (auch Writing-Credits mit Dick Halligan) scheint wie gemacht, um die Stimmung des Titels perfekt einzufangen und akustisch wiederzugeben (kennen wir von “Somethimes In Winter”!). Katz singt: “Standing on my balcony / I watch the battle run / Yes the war is never over / But the day is never done” Einfach großartig! Gedacht habe ich an diese Zeilen, und das ist nicht ironisch gemeint, an Antonia Rados, wie sie in Bagdad über Saddam Hussein berichten muß. Aber auch ingesamt schildern nicht nur diese Zeilen, wie der einfache Bürger unter Krieg zu leiden hat, denn der Machthaber liegt natürlich in Sicherheit und kann ganz in Ruhe schlafen: “While the king and queen lie sleeping / And their daughters smile so nice / Brothers wait through windows / And peasents die for rice” – absolut ergreifend! Dann kommt “Lucretia MacEvil” (US #29), gefolgt von “Lucretia’s Reprise (I quite love the piano in the beginning!) – und die ist ja wirklich böse: “Devil got you Lucy under lock and key / Ain’t about to set you free”. Oh ha! Lucy, you just so damn bad!! Hell yeah! Die Nummer ist irgendwie auch ein Macho-Text, denn Lucy ist keine, die kriminell ist wie zum Beispiel die “Evil Woman” vom Electric Light Orchestra – Lucy macht die Männer verrückt, eine echte “back seat delilah”. Da kann auch nur David Clayton-Thomas drauf kommen!

Dann kommt “Fire And Rain”, eine großartige Komposition von James Taylor, der erst die Stimme von Clayton-Thomas (der wie Taylor zu klingen versucht, das perfekt passt!) und das Piano von Dick Halligan den letzten Feinschliff verleiht. Ganz groß! “Lonesome Suzie” ist irgendwie Füllmasse, wenn auch auf hohem Niveau. Der Versuch, “Sympathy For The Devil” von den Stones in eine kleine Sinfonie zu verwandeln (als “Symphony For The Devil”), ist meiner Ansicht nach jedoch nur leidlich geglückt. Irgendwie ist mir die Nummer zu sperrig, und da ich die Rolling Stones eh nie zu meinen Favoriten zählte (sie gar für stark überschätzt halte), drücke ich schonmal die Skip-Taste. Dann geht es weiter mit “He’s A Runner”, einer Komposition von Laura Nyro, die nicht nur bereits mit “And When I Die” beste Songwriter-Dienste geleistet hat, sondern nach dem Abgang von Clayton-Thomas sogar kurzzeitig als neue Frontsängerin im Gespräch war. Schönes Easy Listening! Die Platte klingt dann aus mit “Somethin’ Comin’ On” (von Joe Cocker und Chris Stainton) und dem fantastischen “40,000 Headmen” von Steve Winwood, das für mich dann nochmal ein echtes Highlight darstellt.

Um ein kurzes Fazit zu geben: es war schwer, das Vorgängeralbum nochmal zu reproduzieren – doch “3″ fällt vom Niveau keinesfalls ab, sondern kann selbiges halten und beschert dem geneigten Fan einen weitere Top-LP mit einer Reihe von weiteren Klassikern der Band. Hi-De-Ho!!!

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