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Archiv für die Kategorie ‘Persönliches’

Soeben erreicht mich die traurige Nachricht vom Tod von Peter Graves – und das ist mir tatsächlich einen Beitrag in meinem Blog wert:

“Der amerikanische Schauspieler Peter Graves ist tot. Er starb kurz vor seinem 84. Geburtstag in Folge eines Herzinfarktes. Seine bekannteste Rolle war die des Agenten Jim Phelps in der Serie “Mission: Impossible”, die in Deutschland den Titel “Kobra, übernehmen Sie!” trug. 1971 gewann er hierfür einen Golden Globe.”

Es steht für mich außer Frage, das mit Peter Graves einer der größten Schauspieler in einer Fernsehserie von uns gegangen ist. Durch seine Rolle des Jim Phelps, dem Anführer des Kobra-Teams, den Graves sechs Staffeln lang spielte, wurde Graves zur Legende. Und die Serie selbst war eine Serie, die wie maßgeschneidert für Graves war – bestach die Serie doch dadurch, das sie aus einem Minimum an Mitteln das beste rausgeholt hat. Das lag vor allem auch daran, dass das gesamte Kobra-Team aus Schauspielern bestand, die im TV-Bereich zu den Allerbesten zählten. Ich möchte hier vor allem neben Graves selbst noch Martin Landau, Greg Morris und Leonard Nimoy hervorheben.

Die Originalserie “Kobra, übernehmen Sie!” (1966 – 1973) zählte zu dem Besten, was die amerikanische Fernsehunterhaltung jemals zustande gebracht hat – daran hatte Graves nicht unerheblichen Anteil. Der Neuauflage “Mission Impossible – In geheimer Mission” (1988 – 1990), in der Graves wieder in die Rolle seines Leben schlüpfte, war kein langes Leben beschert – wenn man ehrlich ist, ließ sie auch das gewisse Etwas des Originals vermissen. Ganz schlimm wurde es aber, als es der Serie wie so vielen Serien ihrer Zeit erging, als sie für mehrere ideenlose und platte Kinoadaptionen mißbraucht wurde. So ist es kein Wunder, das Greg Morris, der in der Originalserie den Mechaniker Barney Collier verkörperte, die Premierenvorstellung sauer verließ und auch Graves selbst identischer Meinung war:

“”Ich habe acht oder neun Jahre damit zugebracht, diesen wunderbaren Charakter Jim Phelps aufzubauen – einen ehrenwerten Meisterspion. Und im Film haben sie einem Typen den Namen Jim Phelps gegeben und ihn zum Bösewicht gemacht”, sagte der Schauspieler 1996 sauer.”

Ich sage jedenfalls: danke für alles Peter Graves. Ruhe in Frieden!

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Ich dachte wirklich, irgendwo in der Ecke steht Luis Bunuel und gibt Regieanweisungen! Der Film würde dann vielleicht “Der indiskrete Charme der blühenden Landschaft” heissen, oder so ähnlich. Ich bin mir jedenfalls sicher, das der Meister des Surrealismus sich inspiriert gefühlt hätte, wenn er denn heute in meiner Haut gesteckt hätte.

Für meine Verhältnisse ist es ja schon surrealistisch genug, ein Fast Food-Restaurant zu betreten – die Rede ist vom Restaurant zum goldenen M, wohin ich einen Kumpel begleitete, aber gleichwohl nichts bestellte. Während ich mich auf einer der zahlreichen Sitzgelegenheiten niederließ, wartete mein Kumpel also an der Theke. An der Kasse links neben ihm befand sich eine Oma, die zwei Kinder dabei hatte. Alles lief seinen gewohnten Gang (Bestellung, lange Wartezeit, Bezahlung, erneute und noch längere Wartezeit, Lieferung der Ware) – doch was passierte dann? Der Junge und mit 6 oder 7 Jahren noch größere der beiden Kinder kotzte urplötzlich und wahrhaftig auf den Fußboden und fing dann laut an zu weinen!!

Ich fragte mich: mit wem soll ich jetzt Mitleid haben? Mit der Bedienung, die die Kotze wegwischen musste oder dem Jungen? Da die wischende Bedienung sogar noch darüber lachen konnte, entschied ich mich für den Jungen – denn die Symbolkraft dieser Szene war mir darüberhinaus sofort klar geworden! Eine Oma zerrt ihre Enkelkinder zu Mecken und das eine Kind muß schon kotzen, bevor es gegessen hat! Eine andere Bedienung meinte noch: “Vielleicht geht’s ihm nicht gut, oder er brütet was aus!?” Ein ungeschicktes Ablenkungsmanöver! Der brütet nichts aus, der hat gewusst was ihn erwartet! Als Kind hast du eben nur wenige effektive Möglichkeiten, deinen Protest nachhaltig auszudrücken.

Wer sich dann in späteren Jahren auch verbal auszudrücken weiß, muß natürlich nicht mehr oral exkrementieren, um seinen Protest zu äußern. Ein Paar, Anfang 20, ging bei Verlassen des kulinarischen Tempels vor uns. Die Frau gab dem Mann eine Wasserflasche in die Hand und sagte: “Hier Schatz!”. Dann murmelten beide irgendwas und der Mann sagte laut: “Schlampe! Du hast es nicht anders verdient!”

Von der großen Stadt jedenfalls habe ich für heute genug!

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Ich habe mich nun nach langem zögern doch bei Twitter angemeldet, und das obwohl ich mich einst Konna’s elitärem Anti-Twitter-Club angeschlossen hatte. Denn Konna hatte ja folgende kühne Behauptung aufgestellt:

“Wer twittert ist frustriert und verbittert.”

Ich bin weder frustriert, noch verbittert – ich bin ganz rational an die Entscheidung rangegangen, mich doch anzumelden. Wie häufig will ich hier was bloggen, fange an zu schreiben und stelle fest, das meine Gedanken nicht für einen Beitrag ausreichen, der gewisse Grundmaßstäbe erfüllt, die ich selber an meine Beiträge stelle!? Das passiert nicht selten. Und was liegt da näher, als sich bei Twitter anzumelden und einfach mal ‘nen Spruch rauszuhauen, und die Sache damit abzuhaken? Eben. Außerdem denke ich bereits an die Zukunft – irgendwann bin ich sicher mal im Bundestag oder der Bundesversammlung. Da fände ich es doch sehr cool, auch Wahlergebnisse zu twittern, bevor sie überhaupt verkündet wurden!

Jetzt wird der Kritiker natürlich bemängeln, das ich ein Umfaller, ein Web-Trend-Lutscher bin. Vielleicht habt ihr recht. Doch zum gepflegten Geiste gehört auch die Eigenschaft, mal seine Meinung zu ändern. Ich werde da dann wie auf meinem Blog hauptsächlich zu den Themen Politik, Musik und persönlichen Anekdoten twittern. Meinen Account findet ihr hier. Einen RSS-Feed werde ich auch zeitnah im Blog einbinden!

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An der Weltwirtschaftskrise haben wir alle zu knabbern. Die Aufträge brechen weg, die Kundenzahlen gehen zurück – die meisten werfen da vorschnell die Flinte ins Korn und konzentrieren sich auf’s Kerngeschäft oder melden sogar gleich Insolvenz an. Nicht so dieser findige Geschäftsmann, der auch in Krisenzeiten expandiert:

Ein toller Call-Shop – da kann man sicher alles machen. Das Problem nur: niemand will es! Die haben 7 oder 8 Workstations – und der einzige der dran sitzt, ist der Besitzer. Aber jetzt läuft das Geschäft sicher besser …

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Eben hat es bei mir an der Tür geklingelt! Ich habe nicht gleich aufgemacht, sondern erstmal den Hörer meiner Freisprechanlage abgenommen. Dann sagte eine Frau: “Hallo mein Name ist … – wir wollen mal eine Umfrage machen, warum es denn an Nächstenliebe fehlt! Und wir wollen klären, ob die Bibel da vielleicht helfen kann.” Ich wollte kurz antworten: “An mir kann es nicht liegen. Bei mir ist die Nächstenliebe Untermieter.” Aber das wäre gemein gewesen. Wahrheitsgemäß habe ich dann geantwortet, das ich keine Zeit habe, und gleich zur Arbeit muß und das die mir gerne was in den Briefkasten werfen können. Ist nicht das was die sich erhofft hatten, aber immerhin habe ich die Frage in diesem Blogeintrag reflektiert und kann sie auch beantworten. Das ist mehr als der durchschnittliche Angeklingelte bei einer solchen Frage tut!

Aber warum fehlt es denn nun an Nächstenliebe? Die Antwort ist denkbar einfach, steht aber leider nicht in der heiligen Schrift. Das liegt nämlich daran, das nicht der neben mir der Nächste ist, sondern ich selbst. Ich selbst bin mir der Nächste! Ich spreche jetzt nicht explizit von mir, sondern vom Menschen generell. Jeder ist sich selbst der Nächste! Und das wiederum liegt daran, das der Mensch nicht aus einer Rippe geschnitzt ist oder mal in einen Gen-Apfel gebissen hat – das liegt daran, das er der Evolution abstammt. Auch die Menschen, die missionarisch in sicherlich nicht böser Absicht Klinken putzen um diese Frage zu stellen, tun das zuallererst mal für sich, für ihren Glauben. Und von irgendwas leben müssen die ja auch. So ziemlich alles Schlechte und sogar alles Gute (dann als positives Nebenprodukt!) ist letztendlich das Resultat aus egoistischem Handeln sich selbst zuliebe, zuallererst natürlich und nicht immer nicht nur!

Und das, liebe Freunde, ist der Grund, weshalb es an Nächstenliebe fehlt!

So, jetzt muß ich aber wirklich zur Arbeit …

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Ich stehe an der Kasse des Buchhändlers meines Vertrauens und freue mich, das die beiden Sachbücher „Niveau ist keine Handcreme“ und „Der kleine Darwin – Alles was man über die Evolution wissen sollte“ gleich in meinen werten Besitz übergehen, als ich die miesgelaunte Personen bemerke, die vor mir an der Kasse steht. Als hätte ich das erste Buch bereits komplett gelesen, denke ich mir: Ich glaube, mein Holzbein brennt! Wenn man diese Person nur im Portrait fotografisch darstellen würde, könnte man denken, dass es sich in Anbetracht der langen, ungepflegten Haare um ein dennoch zweifelsohne männliches Mitglied der Hells Angels handelt – textil und im Ganzen betrachtet sprach jedoch die alles in allem durchschnittlich zivile Kleidungsform dagegen. Gut, es könnte auch sein, das besagte Person gerade nicht als Hells Angel unterwegs war, doch das führt uns nun wirklich zu weit weg von der Begebenheit, die ich eigentlich zu schildern gedachte!

Der Hells Angel in zivil war gerade im Begriff ein auf 4,99€ im Preis herab gesetztes Buch mit dem Titel „Hackfleisch“ käuflich zu erwerben, als die Verkäuferin ihm entgegnete: „Das ist ein Sonderangebot und vom Umtausch ausgeschlossen.“ Unser Hells Angel schien wenig begeistert und antwortete in spürbar mürrischem Ton: „Ich will es haben – sonst würde ich es ja nicht kaufen!“

Recht hat er! Dennoch er sollte ein wenig Dankbarkeit zeigen im Angesicht des Umstandes, das die Verkäuferin ihm das Kleingedruckte sozusagen auf dem Silbertablett präsentiert. Auf der anderen Seite muß der dem Kapitalismus gegenüber skeptisch eingestellte Konsument sich doch fragen, warum das hier erworbene Buch vom Umtausch ausgeschlossen ist? Was beispielweise, wenn der geneigte Leser nach Erwerb feststellt, dass ein paar Seiten fehlen? Einen Hinweis, das es sich um ein Mangelexemplar handelt, konnte ich nirgends erkennen – häufig wird dies ja sogar ausgeschildert! Da kann er, um in der Sprache des erworbenen Buches zu bleiben, aus der durchaus sichtlich bemühten Verkäuferin ja nicht einmal Hackfleisch machen!

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Ich muß sagen, das ich selten einen so beschissenen albernen Werbespruch gelesen habe:

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Thorsten Schäfer-Gümbel hat sich sehr zu meinem Interesse vor ein paar Tagen bei StudiVZ registriert – genauer gesagt bei MeinVZ, weil er ja nicht mehr studiert. Ich fand das sehr spannend und habe auf Meinungsbekundungen gewartet, ob das nun eine gute Idee ist oder nicht. Um meine Sympathie zu bekunden, habe ich ihm gleich mal eine Freundschaftsanfrage geschickt und ihm alles Gute für die Wahl gewünscht. Die Freundschaftsanfrage hat er auch gleich angenommen. Was ist schon jetzt sagen kann: gruscheln werde ich ihn nicht, das könnte schließlich als politisch nicht ganz korrekt gewertet werden. Egal, nun zu den Reaktionen.

Als äußerst interessant stellt sich da seine Pinnwand dar, die natürlich längst mit unsachlichem Käse von Hardcore-Koch-Anhängern zugemüllt ist: “SPD sucks” lese ich da zum Beispiel, das darf als grenzwertige Meinungsäußerung gewertet werden, der ich natürlich nicht zustimme – sonst hätte ich Schäfer-Gümbel wohl kaum eine Freundschaftsanfrage geschickt.

Am bemerkenswertesten finde ich die häufig getroffene Aussage, seine Anmeldung sei “unseriös” und nicht dem Stil eines Politikers entsprechend. Was mir zugegebenermaßen im ersten Moment auch etwas unkonventionell vorkam, entpuppt sich aus meiner Sicht bei eingehender Betrachtung jedoch als sehr seriös. Man muß einfach mal die Zeichen der Zeit erkennen: die vor allem jugendlichen Bürger unseres Landes (die ja den Kern der Studi/MeinVZ-User bilden) sind politikverdrossen und werden von der Politik inhaltlich zum größten Teil gar nicht mehr erreicht. Da ist es doch im Sinne eines Dialoges mit dieser Bevölkerungsgruppe nur normal, wenn man da hingeht, wo sich die Leute befinden. Nun muß man natürlich sagen, das jetzt bei StudiVZ kein ordentlicher Dialog zustande kommen kann, jedenfalls nicht auf einer User-Pinnwand. Aber letztendlich ist das auch nichts anderes, als wenn sich Schäfer-Gümbel sich mit einem Infostand in Wiesbaden in die Innenstadt stellt dort auf Sympathisanten wartet. Ich kann da keinen wesentlichen Unterschied erkennen.

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