Ich muß schon sagen: die FDP hat den Bogen gerade noch gekriegt. Mit frischem Personal (Brüderle, Rösler, Westerwelle etc.) und neuen Themen (Steuersenkungen für Reiche, Rumhacken auf Armen) scheint der Weg endlich wieder steil bergauf zu gehen (Aktuell: 4%). Auf der Welle des rückkehrenden Erfolges surft nun auch Generalsekretär Christian Lindner (neu dabei – darf ich vorstellen?) und begeistert mit seinen frischen und unverbrauchten Ideen:
Angesichts des Booms am Arbeitsmarkt will FDP-Generalsekretär Christian Lindner die Arbeitslosengeld-Bezugsdauer für ältere Arbeitnehmer verkürzen. “Die Lage auf dem Arbeitsmarkt erfordert keine Quasi-Frühverrentungsformen. Ältere Arbeitnehmer werden als Fachkräfte gebraucht“, sagte Lindner dem Handelsblatt.
Super Idee, ältere Arbeitslose pauschal als faul und arbeitsunwillig darzustellen! Und neu ist die Idee, mein liberaler Herr Gesangsverein! Das haben wir in der Form ja so noch gar nicht gehört – erst recht nicht vor der FDP. Aber hallo! Wie ausgewechselt, die Partei. Ich werde nochmals versuchen, die Kerninhalte dieser Forderung plakativ darzustellen, ohne in völliger Begeisterung aufzugehen. Also:
1. Die Bezugsdauer von Arbeitlosengeld älterer Arbeitnehmer steht in direktem Zusammenhang zur Fachkräftenachfrage im gleichen Alterssegment. Was? Wie? Die Kaufkraft sinkt, wenn die weniger Arbeitslosengeld kriegen? Aber die wollen doch gar nicht arbeiten. Die sind alle faul! Ganz bestimmt.
2. Weil Arbeitslose soooo viel Arbeitslosengeld bekommen, haben die gar keine Lust zum Arbeiten. Das muß aufhören. Klar – die schwimmen im Geld. Da hat man von gehört.
3. Besonders ältere Arbeitslose sind schlimm, weil die ja gar keine Lust mehr haben, zu arbeiten. Die sind auch weniger wert als jüngere Arbeitslose, weil die niemand mehr will. Was? Die haben schon Jahrzehnte gebuckelt und mehr in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt als jüngere Arbeitnehmer?? Echt? Öhm – ist doch egal. Die sind alle faul. Alle!
4. Spätrömische Dekadenz … ach lassen wir das lieber!
So. Jetzt schalten wir den würdelosen Ironiemodus mal aus und stellen erleichtert fest, dass sich für das Problem der älteren Arbeitslosen FDP zum Glück eine Lösung abzeichnet. Die Bundesanstalt für Arbeit prognostiziert nämlich, dass die Nachfrage nach neoliberalen Sozialstaatsgegnern bis spätestens 2013 gesättigt sein soll. Der Trend ist bereits jetzt zu erkennen: in vielen Regionen gibt es schon heute mehr Bewerber als ausgeschriebene Stellen! Habe ich gehört …




Treffend auf die sarkastische Feder gespießt, Roman! ;o)
Hab Dank!
[...] Greifswald (Greifswald/10474) 53. kunstkooperative (Greifswald/10489) 54. Rügenoase (Sellin/10530) 55. Roman Möller (Schwerin/10554) 56. Blog für Mecklenburg-Vorpommern der NO Magazine(10570) 57. Das Leben in [...]
Jegliche inhaltliche Beschäftigung mit dieser Partei hat sich inzwischen längst erledigt, denn sie haben mittlerweile (nicht nur in Berlin) das Stimmenniveau der Tierschutzpartei erreicht.
Völlig zu Recht, wie ich meine. Solche Typen wie Niebel, Lindner, Rösler und Konsorten haben (zusammen mit dem Brüderlein) wirklich ganze Arbeit geleistet.
Im Grunde haben sie sich äußerst erfolgreich selbst erle(di)gt!
Halali!
Stattdessen lohnt es sich, mal einen kleinen Seitenblick auf eine ANDERE (ebenfalls liberale) Partei zu werfen, die derzeit ungeahnte Höhenflüge in der ansonsten eher stagnierenden Wählergunst vollbringt:
Die PIRATENPARTEI.
Die betrachte ich aber nicht als Gegensatz, sondern vielmehr als liberales Komplement zur (derzeit noch bestehenden) FDP. Jedenfalls sind sie zur Zeit die einzige, ernstzunehmende Konkurrenz in dem liberalen Sektor unserer korruptionsverseuchten BRDDR.
Auch wenn es zur Zeit vielleicht noch etwas anmaßend klingen mag, so räume ich dieser Partei nicht erst seit gestern, sondern auch in weiterer Zukunft relativ große Chancen ein, die sogenannten “etablierten Parteien” in unserer Bunten Republik Täuschland endlich mal aus ihrem Dornröschenschlaf zu reißen und sich wieder einer nachvollziehbaren Politik für ihre Bürger und Wähler zuzuwenden.
Die Zukunft wird es zeigen.
Prophetische Grüße vom liberalen Mino.
[...] Greifswald (Greifswald/10648) 59. kunstkooperative (Greifswald/10663) 60. Rügenoase (Sellin/10701) 61. Roman Möller (Schwerin/10725) 62. Blog für Mecklenburg-Vorpommern der NO Magazine(10741) 63. Das Leben in [...]
Dank Occupy:
RADIKALER KURSWECHSEL BEI DER FDP!
Am Wochenende startete die Aktion “OccupyFDP”: Neue Mitglieder sollen die Partei unterwandern. Mit 65.000 Neubeitritten – soviele Mitglieder hat die FDP aktuell – gelänge sogar die feindliche Übernahme.
Hier geht’s weiter:
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/533274/Haette-die-FDP-Eier-in-der-Hose-haette-sie-laengst-aufgehoert
Wir übernehmen die FDP!
Wir zeigen der FDP, was freie Märkte bedeuten: Wir übernehmen die Mehrheit der FDP und stellen sie auf ein neues Fundament. Oder wir lösen sie auf.
http://OccupyFDP.com
Machen Sie sich auf den Weg und treten Sie in Ihre neue Partei ein – die FDP! Warum Sie das tun sollen, haben wir hier auf dieser Seite beschrieben. Und ja, die FDP ist nicht die Partei Ihrer Wahl. Das ist aber gleichgültig. Es geht hier nicht um Ihre Stimme bei der nächsten Wahl, es geht darum, die FDP mit Ihren Waffen zu schlagen – denen des Marktes.
Wir werden die FDP übernehmen. Wir werden das Programm ändern, den Einfluss der Industrie beenden und diejenigen Funktionäre entfernen, die diese Partei so unausstehlich machen. Wir sind die Erneuerung, die die FDP sich so dringend wünscht, eine grundlegende Neupositionierung der FDP auf der Basis ihrer traditionellen Werte Freiheit und Demokratie – sozial gerecht, ökologisch vorbildlich und ökonomisch umsichtig.
Und natürlich wird die FDP diesen Angriff zunächst ignorieren, dann belächeln und dann bekämpfen. Aber am Ende werden wir gewinnen, denn es ist unerheblich, ob wir die FDP tatsächlich übernehmen oder ob es beim Versuch bleibt: Wenn die FDP den Versuch der Übernahme abzuwehren versucht, dann bekommt sie eben keine neuen Mitglieder. Auch das soll uns recht sein. Es ist nicht schade um die FDP, es darf hier keine Denkverbote geben. Dieses Land braucht diese FDP nicht wirklich.
In jedem Fall bekommt die FDP Presse, die ihr nicht recht sein kann: Der Versuch einer Gruppe unbekannter Zusammensetzung, die FDP zu übernehmen, kommt denkbar zur ungünstigsten Zeit – in einem Moment, in dem die FDP aus allen Landesparlamenten fliegt, trotzig ihren Kurs der Industrievertretung fortsetzt, während sie in allen Bereichen nach Orientierung sucht und unseren Angriff also nicht unbeschadet überstehen wird. Viele Mitglieder und Förderer der FDP werden sich von der FDP mit Grausen abwenden, denn wer will schon eine Partei fördern und ihr Spenden zukommen lassen, die gerade Gegenstand einer feindlichen freundlichen Übernahme ist. Vielleicht werden diese Spenden ja schon morgen Gegenstand der öffentlichen Diskussion sein. Nichts ist sicher bei so einem Wackelkandidaten.
Wir benötigen 65.000 Menschen, um die FDP zu übernehmen. Deutlich weniger Menschen reichen aus, um die FDP als Regierungspartner unmöglich zu machen und vielleicht auf diese Weise die Bundesregierung zu stürzen. Das sind weniger als 0,1% der Bevölkerung. Von diesem Hebel können manche Klienten der FDP nur träumen.
Und ja, wir sympathisieren mit Occupy, sonst hätten wir das Projekt ja nicht so genannt. Wir sympathisieren auch mit Anonymous. Das mag manche unter Ihnen stören, aber beide Bewegungen haben Hervorragendes für die Gesellschaft geleistet und ein Klima des Umbruchs geschaffen. Wir wollen die Proteste und Aktionen beider Gruppen nicht herabwürdigen. Im Gegenteil: Unser Protest beruht auf einer Mischform beider Bewegungen: Wir greifen gezielt die FDP als den Repräsentanten des alten Regimes an. Wir greifen ihn aus der Anonymität heraus an und wir wenden seine Waffen an. Und wir haben das Ziel, ihn gewaltlos zu besetzen und neu zu gestalten. Sollten wir es gemeinsam schaffen, die FDP zu übernehmen oder zu beseitigen, ist das auch ein Verdienst von Occupy und Anonymous – und natürlich des Volkes als dem obersten Souverän unserer Gemeinschaft.
Wir danken schon an dieser Stelle allen Mitwirkenden für Ihre motivierte Teilnahme an diesem spannenden Projekt und wünschen uns alle hervorragenden Erfolg. Und jetzt machen Sie sich an die Arbeit, treten Sie in die FDP ein und sagen Sie es weiter, dass wir gemeinsam die FDP übernehmen.
Die Piratenflagge ist bereits gehisst und der Schlachtruf lautet:
KLAR ZUM ENTERN!