Es dürfte sich bereits herumgesprochen haben: Osama bin Laden ist tot. Das die Amerikaner jetzt wahre Volksfeste feiern, überrascht nicht, aber verstört zugleich. Und was macht Angela Merkel? Sie freut sich (Quelle):
“Ich freue mich darüber, das es gelungen ist, bin Laden zu töten.”
Es ist schon bitter genug, das wir eine Bundeskanzlerin ertragen müssen, die sich in aller Öffentlichkeit über einen Vorgang freut, der mit Mord treffend umschrieben ist. Übergelaufen ist das Fass aber nach dieser Aussage (Quelle):
“Ich habe dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama auch meinen und unseren Respekt für diesen Erfolg, für diese gelungene Kommandoaktion mitgeteilt.”
Wenn Angela Merkel sich darüber freut – nun gut, das kann sie privat gerne tun. Das Merkel nicht mehr alle zehn Gebote beieinander hat, dass ist – mit Verlaub – keine überraschende Erkenntnis. Aber das sie Obama nicht nur ihren, sondern unseren Respekt überbracht hat – da platzt mir dann doch der Kragen. Ich habe keinen Respekt für Barack Obama, jedenfalls nicht für diese Kommandoaktion. Die gezielte Tötung eines Menschen als Erfolg zu bezeichnen, ist mindestens pervers.
Ich habe mich gefragt, wie das meine Mitmenschen sehen – und habe sie gefragt. Die Reaktionen auf die im Titel gestellte Frage, poste ich nun als einzelne Zitate ungeschönt und undverfremdet. Ich möchte die Zitate dann auch so stehen und wirken lassen, sie nicht weiter kommentieren. Mir ist natürlich klar, dass die Zitate keineswegs eine repräsentative Sprache sprechen – was ich verdeutlichen möchte, ist lediglich der Umstand, dass es mindestens stark angezweifelt werden darf, ob Merkel auch die Sprache des Volkes spricht, wenn sie sich über einen Mord einen Kullerkeks freut. Und los geht’s!
“Man sollte nie froh sein, wenn ein Mensch getötet wurde.”
“Hat die sie noch alle?”
“Im Grunde ist das Lynchjustiz!”"
“Ich denke, es ist ein schmaler Grad, denn wenn man sich vorstellt, wie viele Menschen am 11. September 2011 ums Leben gekommen sind, kann man nur von Vergeltung sprechen. Es geht mir wie vielen Menschen, ich weiß noch genau, was ich an diesem Tag getan habe. Der Tag ist mir so präsent, wie kaum ein anderer. Auch wenn die Menschen dadurch nicht wieder lebendig werden, sollte man ein Zeichen setzen, sich nicht alles gefallen zu lassen und das sie deutlich zu weit gegangen sind. Aber man vergisst immer eines: die Hinterbliebenen. Sie haben durch den Tod Osama’s ein Stück Frieden wieder gefunden.”
“Nein. Ich glaube nicht, das er für den Terror der letzten Jahre verantwortlich ist.”
“Ein bekannter Feind ist besser als ein Unbekannter.”
“Nein.”
“Mir ist das egal.”
“Ich bin froh, das dem Terror Einhalt gebeten wird – aber man sollte auch die Menschenrechte beachten. Ich wäre dafür gewesen, dass er nach Menschenrechten behandelt würde und das man ihm den Prozess macht.”
“Was soll ich dazu sagen? Ich finde es doof, dass die Amis immer das Recht haben, zu tun, was sie wollen.”
“Die USA ist ein eigenes Kapitel. Ihre Vorgehensweise finde ich oft mehr als fraglich. Ich bin mir nicht sicher, wie ich über die Hinrichtung (denn im Prinzip war’s ja nichts anderes) denken soll. Gut, das er kein Guter war, darüber müssen wir nicht diskutieren, das wissen wir ja. Ich befürchte nur, das genau diese Handlung uns in naher Zukunft noch viel Leid bringen wird, wobei man natürlich nicht abschätzen kann, wie es anders weiter gegangen wäre. Ein schwieriges Thema!”
“Irgendwie schon. Die haben alle einen an der Klatsche mit ihrem religiösen Fanatismus. Aber man hätte ihn lieber vor Gericht stellen sollen.”
“Wenn man diesen Krieg wegen Rechtsstaatlichkeit und Freiheit geführt hätte, dann hätte man ihn vor Gericht stellen müssen, anstatt ihn abzuknallen.”
“Vom rein Rechtlichen hätten sie ihn eigentlich vor Gericht stellen müssen.”
“Ich finds gut, dass sie ihn endlich geschnappt haben. Aber es wäre besser gewesen, ihn lebend zu schnappen und vor ein Gericht zu stellen.”




Ich glaube die ganze Laden-Geschichte nicht.
Und Frau Merkel… was soll man dazu noch sagen? Damit hat sie deutlich enttarnt, was sie von rechtsstaatlichem Vorgehen hält. Damit dürfte auch klar sein, was sonst so hinter verschlossenen Kanzleramtstüren gesprochen wird.
Na immerhin hat der Friedrich seine dumme Klappe gehalten.
btw HABE ich respekt vor Obama das er die Eier hatte das zu Entscheiden.
Ich versuche mich gerade zu orientieren was man im Zusammenhang mit diesem Einsatz glauben kann.
Von Pakistan halte ich nicht gerade viel und ich finde es richtig das man gegangen ist um bin Laden anzugreifen.
Mir wäre es deutlich lieber gewesen wenn er festgenommen worden wäre.
Das er bei der Verhaftung getötet kann passieren, aber ob es direkt Ziel war ihn zu töten, ich glaube wir werden es nicht erfahren.
Zu Angie erübrigt sich wohl jeder kommentar. Grundgesetzt und so. Kann man die Frau eigentlich entlassen?
P.S:Glück für Obama, ads er den Friedensnobelpreis bereits hat. Jetzt bekäme er ihn ganz sicher nicht mehr.
Jetzt fängst Du auch noch mit diesem “Stimmen-von-der-Straße”-Stuß an!
Die allgemein zur Schau gestellte Freude über Bin Ladens Tod demonstriert wieder einmal, wie bequem doch eindeutige Feindbilder sind:
Imperiale Sturmtruppen, Nazis, Al-Qaida-Führer – hier darf getötet werden, ohne über deren Rechte als Menschen nachzudenken, denn sie sind ja BÖSE.
Zwar haben Menschenrechte nur dann einen Sinn, wenn sie auch für böse Menschen gelten – aber das macht die Dinge ja so furchtbar kompliziert… Und nachher wird dann die Sicherheitsverwahrung für Bin Laden nicht rechtskräftig angeordnet oder irgend so etwas.
Frau Merkels offene Freude über Bin Ladens Tötung steht moralisch auf einer Stufe mit der Veröffentlichung der Adressen ehemaliger Sexualstraftäter im Internet. Wieso soll man auch die Frage stellen, ob eine Handlung RECHTENS ist, wenn sie doch so OFFENSICHTLICH RICHTIG ist?
Der Kommentar Angela Merkels – als amtierende Bundeskanzlerin hat sie nie eine private Meinung und spricht immer im Namen der bundesdeutschen Bevölkerung – ist m.E. Ausdruck einer Grundhaltung, die sich in vielen anderen Politikfeldern widerspiegelt: Einsatz in Afghanistan, Haltung in Datenschutzfragen, Bundeswehrreform, Bildungspolitik, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik:
Der Artikel 1 GG gilt für die anderen, nicht für sie. Das Recht auf Unversehrtheit ist ebenso verhandelbar.
Die Beurteilung des Einsatzes selbst fällt mir schwer, da ich nicht wirklich die Fakten kenne. Doch unabhängig des tatsächlichen Verlaufs gibt es nur eine Lösung für die Situation: Wie schon Willy Brandt forderte, benötigen wir endlich die Weltinnenpolitik mit einer für alle Staaten bindenden Rechtsordnung, einer Weltpolizei, die von einer demokratisierten UNO zum Einsatz gebracht wird.
Das Problem: Solange die internationalen Strukturen nicht demokratisch kontrolliert werden, sondern einzig den Wirtschafts- und Finanzmärkten ausgeliefert sind, solange wird es die “Weltinnenpolitik” nicht geben.
Bitte nicht falsch verstehen: Ich lehne die Erschießung Bin Ladens aus rechtsstaatlichen Überlegungen heraus ab. Doch glaube ich, dass wir uns nicht nur über Frau Merkel unterhalten sollten, sondern lieber über die Hintergründe, vor denen sie die Äußerung machte.
also ich freue mich das es ihn erwischt hat und dieses ganze gerede von rechtstaatlichkeit zeigt leider die aktuelle lage in deutschland, in der selbst den schlimmsten verbrechern meistens mehr rechte und hilfen zugestanden werden als ihren opfern. wieso sollte jemand der einem oder mehreren menschen das recht auf leben verwehrt hat indem er für deren tod verantwortlich war dieses recht zugestanden bekommen? genau wie beim oben schon angesprochenen thema mit der veröffentlichung von daten von sexualstraftätern im internet: warum gesteht man solchen menschen rechte zu die sie ihren opfern nicht zugestanden haben und warum gibt man der öffentlichkeit nicht die möglichkeit schwächere (kinder und frauen) vor solchen menschen zu schützen, wenn die politik nicht dazu in der lage ist? da lobe ich mir doch die scharia, denn das prinzip auge um auge ist aus meiner sicht eine gute sache, da sie erstens dafür sorgt das dem täter das geschieht was er selbst seinem opfer angetan hat und da meiner meinung nach deutlich abschreckender wirkt als das system der rechtstaatlichkeit?!
ja, ich denk auch, sie hätten ihm einen ordentlichen Prozess machen sollen.
Punkt 1: Ich finds nur aus einem Grund schade, dass sie ihn nicht lebend gefangen haben – nämlich weil ich mir jetzt wieder die ganzen Verschwörungstheorien anhören darf im Internet. Das ist das schrecklichste.
Punkt2: Ich finde es durchaus OK dass sie Bin Laden getötet haben. Es klingt nicht nach Recht sowas ohne Gerichtsverfahren zu tun, aber es war ja irgendwie auch ein Kriegszustand. Da “unten” befinden sich Taliban und Westliche Streitkräfte im Krieg und haben Scharmützel, warum sollte man also nicht das “Basislager” angreifen dürfen. Klar es war quasi auf neutralem Gebiet und viele werden mir natürlich trotzdem nicht zustimmen in meiner Ansicht, aber ich finde es in solchen Fällen wirklich ok.
Punkt3: Merkel hat sich unglücklich ausgedrückt – im diplomatischen Sinne. Allerdings möchte ich anmerken, dass ich dieses Diplomatengefasel wirklich nciht ab kann, es lässt die Politik noch lügenhafter Erscheinen als sie oftmals eh schon ist.
Markedly well written writing