Eigentlich wollte ich hier ja über die Bundeswehr-Reform von Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg schreiben, die wohl zweifellos bereits jetzt als misslungen bezeichnet werden darf. Stattdessen schreibe ich nun aber doch über Guttenberg selbst, da die gesamte Plagiats-Affäre eine Dimension erreicht hat, die nicht mehr nur des Ministers Bier ist. Inzwischen geht es auch um Angela Merkel, um die gesamte Union und viel schlimmer – um unsere Demokratie und damit unser Land!
Natürlich spielt der “erklaute Doktortitel” selbst keine Rolle für Guttenberg’s Handeln und seine Arbeit als Minister. Das Drumherum schon. Die Frage ist doch, wieviel Verfall der Werte Integrität, Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit und Anstand ein Politiker in einer Spitzenposition vertragen kann ohne für das Amt untragbar zu werden? Die Grenze ist längst überschritten. Guttenberg schadet dem Amt. Guttenberg schadet auch dem Land, der Demokratie. Mit jedem Tag, den er derart irreparabel beschädigt länger im Amt bleibt, schadet er dem Ansehen der Politik und beschleunigt die derzeitige Entwicklung: immer mehr Menschen interessieren sich nicht für Politik, immer mehr Menschen gehen nicht wählen. Immer mehr Menschen sind der Ansicht, Politiker seien korrupt und handeln nur nach dem eigenen Vorteil. Da passt der Guttenberg-Skandal “wunderbar” ins Gesamtbild.
Das Bemerkenswerte an der Lage ist, dass Angela Merkel erstmalig der politische Instinkt verloren gegangen scheint – wäre alles wie immer, würde Merkel sich von Guttenberg abwenden, da ihr klar ist, dass Guttenberg bei der Bevölkerung zwar noch beliebt ist (wenn auch nicht so beliebt, wie uns eine große deutsche Tageszeitung glauben machen möchte), aber die Stimmung demnächst umschwenken wird. Gegeelte Haare hin oder her – wenn eine derart große Luftblase zerplatzt, geht das auch am Wahlvolk nicht spurlos vorbei. Die Guttenberg-Affäre könnte sich demnach als der Anfang vom Ende der Kanzlerschaft von Angela Merkel erweisen. Je länger das unsägliche Spiel weiter geht, desto mehr wird man die Affäre auch mit Angela Merkel und der gesamten Union assozieren, die noch immer fast geschlossen einen Minister deckt, der offenkundig gelogen hat.




prinzipiell bin ich da ja bei dir.
es bleibt aber die frage: was kommt als nächstes?
und auch wenn diese nicht öffentlich beantwortet wird, der stammtisch hat die antwort längst: bei nahezu jedem spitzenpolitiker kannst du in die vergangenheit reisen und wirst gravierende fehlleistungen entdecken, die die heute angenommene integrität infrage stellen könnten.
oder andersrum: wie steht es mit der integrität der freien presse?
während alle schlagzeilen auf guttenberg rumprügeln, fusionieren zwei riesenbörsen und siedeln vermutlich in frankfurt/m. den weltgrößten derivatehandel an.
wir erinnern uns, was zur weltgrößten finanzkrise geführt hat?…
wir erinnern uns, was integre personen wie schäuble und merkel so versprochen haben, nachdem sie aus der finanzkrise gelernt haben?…
und jetzt frage ich: guttenberg soll also wegen seiner doktorarbeit zurücktreten?
vor dem hintergrund der realen tagespolitik ist diese diskussion wirklich nur lächerlich.
naya. ich hab heut in der Bild gelesen, dass über 200.000 Anrufer für ihn gestimmt hätten. das wär schon krass. und wem nützt das?? allerdings gibts wohl grad einen Aufstand wie ich bei Spiegel Online jetzt gesehn hab.
aber laut Bild soll einer der Anrufer etwa gesagt haben: Herr Guttenberg treten Sie nicht zurück!! Sie stehen für unsere Werte!!
ah ich habs leider nicht mit der Handycam aufgenommen. aber da muss man sich mal die Werte vor Augen halten dann ^^
aso. übrigens : http://www.fh-frankfurt.de/de/.media/~schimmel/plagiate_aktuell.pdf ^^
Wenn man mal vergleicht was bei anderen politikern an Rücktritten und Rücktrittsforderungen kam, dann müsste Hr. zu Guttenberg ja wirklich zurücktreten, alleine um die Verhältnismäßigkeit zu wahren.
Andererseits könnte ich mit einer großen Delle in seinen Frotaldeflektoren durchaus leben.
ich finde das sowieso übertrieben wegen was man als Politiker so zurücktreten muss. (auch wenn der eindeutig zu den härteren fällen gehört. Ich hoffe ja eigentlich inständig, dass man ihm den Ghostwriter nachweist, dann wäre es einfacher. Den hatte er bestimmt, seine gesetze kamen ja auch hin und wieder von Ghostwritern äh Kanzleien.
wenn der größte Derivatehandel der Welt jetzt in Frankfurt am Main sitzt, dann wäre das doch DIE gelegenheit um das mal anständig zu besteuern. London hat ja auch eine Finanzmarktstuer und hat das überstanden.
Vielleicht unterschätzt Du ja auch Merkels politischen Instinkt… Andere Politiker haben schon ganz andere Affären überstanden (siehe Strauß, Kohl oder von Lambsdorff).
[b][size=4]Freie Herren und andere Lügengeschichten aus Täutschen Landen.[/size][/b]
Minopress, am 01. März im Jahre des Herrn 2011:
Hat man ihn also jetzt doch zurückgetreten, den etwas allzu freien Herrn [s]Dr.[/s] von und zu Guttenberg.
Den Anlass dazu hat er frei-lich selbst geliefert mit seiner ebenso freien Auslegung einer Doktorarbeit, aber spätestens nach dieser innigen Umarmung seines ärgsten Parteifreundes Seehofer habe ich um sein politisches Überleben in der Dreilügenpartei ohnehin keinen Pfifferling mehr gegeben.
Man erinnere sich: Immerhin war es genau jener Seehofer, der Edi, dem Stottottotterer nach dessen Parteikanzlei-Affäre mit der rothaarigen Pauli seinerzeit den allerersten Solidaritätsschwur geleistet hatte, um ihn anschließend stilgerecht zu beerben.
Jetzt sitzen sie beide da, Mutti und er, zeigen sich beide “völlig überrascht” und “tief betroffen” und weinen Stöme von Krokodilstränen um ihren ach so früh dahinge[s]meuchel[/s] flossenen Parteikameraden.
Ganz heimlich aber freut sich nicht nur der bayernväterliche Herz-Jesu-Sozialist, sondern auch die giftige Schlange, die sich längst vom naiven Blumenkohlmädchen zu einer äußerst geschickten Intrigantin entwickelt hat.
Dass wir aus derselben Partei bereits seit geraumer Zeit einen Finanzminister haben, der bereits in die dubiosesten Finanzskandale verstrickt war und seitdem unter ganz massiven Erinnerungslücken leidet, das scheint niemanden wirklich ersthaft zu stören. Immerhin genießt jener das Vorrecht eines Rollifahrers, der niemandem mehr gefährlich werden kann. Zumindest niemandem aus seiner eigenen Partei.
Die außenministrierende Westerwelle von der neoliberalen Spaßpartei zeigt sich übrigens ebenfalls “tief betroffen” über den harschen Verlust seines ärgsten Kabinettfreundes, denn seitdem er neben dem Amt des Außenministers auch noch das Amt des Kriegsministers kommissarisch übernommen hat, darf er sich endlich “Superminister” nennen.
Wie sagte doch bereits Clausewitz? [i]“Krieg ist die legitime Fortsetzung von gescheiterter Außenpolitik.”[/i] Wir dürfen uns also noch auf vielerlei lustige Überraschungseier gefasst machen.
Und so dreht sich das politische Gruselkabinett unserer Bunten Republik weiter in die nächste Runde… Hinter den Kulissen hört man bereits seltsame Geräusche und wenn man ganz genau hinhört, dan hört man, wie dort bereits die Messer gewetzt werden. Nicht völlig grundlos heißt bereits seit der Antike die Steigerungsform in der Politik: Freund – Feind – Todfeind – Parteifreund.
Aber so ist das nun mal in der Politik und ganz besonders in der Dreilügenpartei.
Es lebe die Heilige [s]Drei[/s] Einfältigkeit!
Wer’s glaubt, wird selig.
Minopress, am 07. März im Jahre des Herrn 2011:
Ein “Dossier” von einem ultralinken “Zeitgeist”:
http://zeitgeist-online.de/exklusivonline/dossiers-und-analysen/230-das-guttenberg-dossier-teil-1.html
Diese vermeintliche “Dossier” eines ultralinken Zeitgeistes (Friederike Beck) quält sich mit unglaublichen Plattitüden von Absatz zu Absatz. Plattitüden, bei denen sich mir bereits beim Lesen der Magen umzudrehen droht.
In Wirklichkeit aber handelt es sich dabei um eine reine Hasstirade auf einen ungeliebten Politiker aus der anderen Seite des politischen Spektrums unserer Bunten Republik.
Allein schon die ellenlangen Einlassungen auf Dinge, an denen eigentlich kein Politiker seriös gemessen werden dürfte, zeugt nicht nur von ihrer geistigen Inkontinentz, sondern natürlich auch von ihrer journalistischen Inkompetenz, wenn man das Wort “Journalismus” in diesem Zusammenhang überhaupt noch in den Mund nehmen darf. Ich würde hierbei eher von einer “Journaille” sprechen.
In diesem vermeintlichen “Dossier” werden sehr persönliche Dinge genannt, wie zum Beispiel gegeeltes Haar, Herkunft und Adelstitel, was für eine gute oder schlechte politische Leistung bekanntlich keinerlei Bedeutung hat. Alter und politische Erfahrung hingegen werden bestenfalls als Randnotizen erwähnt, dabei wären es genau diese Dinge, die jeden Beruf (auch den eines Politikers) erst zu einer gewissen Reife verhelfen würden.
Aber auch der persönliche Reichtum der Familie des Delinquenten wird darin mehrfach erwähnt Ein Umstand, der natürlich ebenfalls nichts mit guten oder schlechten politischen Leistungen zu tun hat. Der darin enthaltene Sozalneid tritt damit keineswegs nur in versteckter Form, sondern – ganz im Gegenteil – sogar völlig offensichtlich und unverhüllt zutage.
Genau diesen unglaublichen Sozialneid kann man übrigens nicht nur im Kommentarsystem seriöser Zeitschriften, sondern auch in mehreren deutschen Blogs und Foren nachlesen und ich schäme mich deshalb ein bisschen dafür, ebenfalls einen deutschen Pass zu besitzen.
In Einem aber hat sie völlig recht: Den eigenen Stallgeruch kann man nur sehr, sehr schwer überparfümieren. Das eingangs erwähnte “Dossier” bestätigt diese Regel.
Aber wer weiß, vielleicht würde es sogar schon helfen, wenn sie das Handwerk des seriösen Journalismus mal etwas aus der Nähe betrachten würde. Vielleicht als Volonteurin (Lehrling) bei einer seriösen Zeitschrift? Ich jedenfalls würde diesen Ort für sehr geeignet finden, um dort mal etwas näher über den Begriff Dossier nachzudenken.
Man muss Karl Theodor zu Guttenberg nicht unbedingt mögen. Weder sein Äußeres, noch seine Familie oder seine Partei, aber eine gewisse Fairness ihm gegenüber möchte ich trotzdem nicht völlig vermissen.
Ob man seine bisherigen Tätigkeiten in der Politik als “besondere Leistungen” bezeichnen darf, darüber möchte ich lieber nicht befinden. Aber immerhin hat der “stets gut Gegeelte” (Zitat Beck) gewisse Dinge bei ihrem tatsächlichen Namen genannt.
Er hat die “humanitären Einsätze” der Bundeswehr und ihrer Alliierten als “Krieg” bezeichnet und damit den Krieg in die bundesdeutschen Wohnstuben geholt. Darunter natürlich auch in die Wohnstuben von linksgrünen Gutmenschen, die bisher durch allerlei sprachliche Verrenkungen (political correctness) beinahe schon krampfhaft versucht haben, dieses böse Unwort auf jeden Fall zu vermeiden.
Der neue Kriegsminister (ich verwende diesen Begriff deshalb, weil es im konkreten Beispiel des Afghanistankrieges um keinen Verteidigungsfall geht) hat die eigenen Toten dieses Krieges nicht in einem anonymen Flugzeughangar irgendwo fernab in Kundus, sondern mitten in Deutschland in einer Kirche aufbahren lassen und damit eine Öffentlichkeit hergestellt, die von den geistigen Vätern und eifrigen Verfechtern dieses Krieg…, ääh “humanitären Einsatzes” , also der linksgrünen Gutmenschengesellschaft auf gar keinen Fall erwünscht war. Man wollte dieses unerfreuliche Kapitel eigenen Versagens am liebsten ausblenden und totschweigen. Bei deutlich früheren “Verfehlungen dieser Art” hat das doch auch bestens funktioniert, wie wir alle wissen.
Das Imperium schlägt zurück.
Nein, das ist leider nicht nur ein Filmtitel aus der bekannten S-F Serie “Star Wars”, sondern eine sehr reale Angelegenheit im deutschsprachigen Internet und es ist durchaus kein Wunder, dass das linksgrüne Imperium auf diese ungeheuerliche Provokation anschließend mit aller Macht zurückgeschlagen hat. Diese Szene stand ja bereits im Drehbuch.
In politischer Hinsicht konnte man ihm nichts am Zeug flicken, da er durch seine bisherigen, eher mittelmäßigen Leistungen und Tätigkeiten kaum eine echte Angriffsfläche bot. Also hat man seine Person und ganz besonders seinen zu Unrecht erworbenen Doktortitel als willkommene Zielscheibe dazu benutzt.
Dieser Titel hat zwar überhaupt nichts mit seiner Tätigkeit als Politiker zu tun, aber mit der Art, wie er zustande kam, konnte man zumindest seine Glaubwürdigkeit erfolgreich in Frage stellen. Eine ganze Horde von Sozialneidern hatte sich via Facebook an seine Fersen geheftet und ihn anschließend “erfolgreich zur Strecke gebracht”.
Das Wild ist tot, Hallali!
Leider wurde bei dieser Jagdmethode übersehen, dass man damit leider völlig ungewollt einen Märtyrer geschaffen hat. K.T. zu Guttenberg ist nämlich keineswegs tot, sondern – ganz im Gegenteil – noch sehr jung und er wird die meisten von denen überleben, die ihn heute aus dem Amt gedrängt haben. Auch politisch.
Wenn er eines Tages wiederkommt, so wird er aus seinen Anfängerfehlern gelernt haben und er wird nicht mehr “der Gutti” sein, der die Herzen vieler Bundesbürger mit seinem Charme, seinen guten Manieren und mit seiner Geradlinigkeit gewissermaßen “im Sturm erobern” konnte. Wir werden einen Politiker erleben, der sein Handwerk versteht und der – ebenso, wie alle anderen – mit Lügen und Intrigen seine Macht zu festigen weiß.
Die linksgrüne Jagdgesellschaft hat damit der politischen Kultur unserer Bunten Republik nur einen weiteren Bärendienst erwiesen.
Bruno Bär lässt schön grüßen.
Nachbetrachtungen:
Seltsamerweise werden in vielen Blogs und Foren gerade diejenigen Attribute, die ihm einst völlig unerwartete (und auch völlig unverdiente) Höhenflüge durch die politische Landschaft bescherten, heute völlig durch den Kakao gezogen. Gerade so, als würde man sich heute dafür schämen, ehemals auf einen Blender hereingefallen zu sein.
“Man habe es ja immer schon gewusst!” und ähnliche Äußerungen sind dort zu vernehmen und die gutmenschliche Seele suhlt sich in ihrer tollen Menschenkenntnis, klopft sich selbst kräftig auf die Schulter und schwelgt in Wohlgefallen über seine eigenen “Jagderfolge”.
Na, wenn DAS mal gut geht …