So. Jetzt verliere ich mal deutliche Worte!
Ich habe die Verkündung des Wahlergebnisses des dritten Wahlganges live im Radio gehört, als ich auf dem Weg nach Hause war. Und als ich hörte, dass die Linkspartei sich mehrheitlich enthalten hat, wurde mir klar, dass der nächste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland Christian Wulff heissen wird. Als dann auch noch klar war, dass Wulff offenbar im dritten Anlauf die absolute Mehrheit der Stimmen erhalten hat, fühlte ich nur ein Gefühl der tiefen Trauer. Und im nächsten Moment, als tosender Applaus zu hören war, war ich regelrecht angewidert von den Delegierten von Union und FDP, die Wulff im dritten Wahlgang offenbar nur deshalb mit absoluter Mehrheit gewählt haben, damit diese miese schwarz-gelbe Bundesregierung nicht auseinanderfällt, die noch nicht ein einziges Mal etwas konstruktives zustande gebracht hat.
Nein, das war kein guter Tag für die Demokratie. Es war der vorläufige politische Tiefpunkt der vereinten Bundesrepublik Deutschland. Das war ein erbärmliches Schauspiel. Eine Mehrheit der Menschen dieses Landes möchte Wulff nicht als Bundespräsidenten, eine Mehrheit der Bundesversammlung auch nicht – das beweisen die ersten beiden Wahlgänge. Christian Wulff ist nur gewählt worden, weil den zunächst frei entscheidenden Delegierten von Union und FDP ein solch schlechtes Schauspiel und der Fortbestand der unsäglichen schwarz-gelben Koalittion lieber sind, als im Sinne der Bewohner unseres Landes zu entscheiden, von denen sie direkt oder indirekt gewählt wurden!
Was hat das mit Demokratie zu tun? Die heutigen Vorgänge machen mich traurig und tief betroffen!




Marionetten!!
http://nixzen.wordpress.com/2010/06/30/der-neue-prasident/
Ja, das ist alles schon sehr ungeheuerlich. Man kann nur ein wenig froh sein, dass der ein oder andere Abgeordnete aus FDP und CDU bei den ersten beiden Wahlgängen nach Gewissen und nicht nach Parteibuch abgestimmt hat.
Aber die Parteistrategen haben damit mal wieder ihre Macht bewiesen und wie scheiß egal ihnen Deutschland und der Wille des Volkes sind. Ich glaube auch nicht, dass Merkel oder Wullf sich davon groß beeindrucken lassen. Wie ihre Taktik aufgegangen ist, ist denen doch egal, hauptsache es hat geklappt. Auch den offensichtlichen Denkzettel der ersten beiden Wahlgänge wird man völlig ignorieren und keinerlei Konsequenzen oder Lehren daraus ziehen.
Sehr traurig das ganze. Da braucht Wullf sich auch nicht über eine Anti-Parteien-Stimmung zu wundern.
Yep, da können wir Weltmeister werden, aber was die Politik an Scherben hinterlässt wird lange brauchen um zusammengeklebt zu werden
Die Direktwahl des Bundespräsidenten wäre doch eine Lösung!? Dann wäre sichergestellt, dass der Bundespräsident auch die Mehrheit der deutschen Gesellschaft hinter sich hat!
Ich sage dir, was das mit Demokratie zu tun hat: Das IST Demokratie.
Es ist ja verführerisch, sich ein hehres Wunschbild demokratischer Vorgänge zu machen. Aber dies hier ist die Realität – nicht nur für diesen speziellen Fall, sondern ganz allgemein: Die Mehrheit der Menschheit ist dumm und selbstsüchtig, und viele sind darüber hinaus auch noch boshaft. Eine Demokratie MUSS das widerspiegeln, sonst wäre sie keine Demokratie.
Falsch, Herr Pischner! Das ist nicht Demokratie, sondern Demokratur, was uns hier vorgeführt wurde. In einer Demokratie würde nämlich der Präsident eines Volkes von diesem Volk gewählt werden.
In einer Demokratur hingegen gibt es solches Gemauschel, wie wir es gerade wieder erleben durften.
Aber was soll’s, der Deutsche hat zur Zeit völlig andere Sorgen (Stichwort WM). Nicht nur die Buntesteuschen Zeitungen, nein, auch die Blogbeiträge sind zur Zeit voll davon. Auch die “politischen.”
Glückliches Täuschland!
Ich glaube, unser problem ist nicht die zunahme der Parteienverdrossenheit der Bürger, sondern die Bürgerverdrossenheit der Parteien.
Die SPD hat doch selber eine große Chance vertan! Wenn die SPD und Grüne wirklich gewollt hätten, dass ihr Kandidat gewinnt, hätte sich sich vorher mit der Linken in Verbindung setzen müssen um einen gemeinsamen Kandidaten zu finden. Dann wäre Dieser im ersten Wahlgang gewählt worden. Aber die SPD wollte doch nur der CDU/FDP Regierung schaden und stellte Gauck. Man wollte Abweichler von CDU/FDP damit geradezu provozieren. Gauck hätte von seiner Ausrichtung genauso gut ein schwarz/gelber Kandidat sein können. 1999 wurde Gauck sogar innerhalb der CSU als Bundespräsidentschaftskandidat diskutiert, wurde aber von SPD nicht akzeptiert. Wie gesagt die SPD hat hier eine große Chance verspielt und nicht die Linkspartei!!