Horst Köhler ist zurück getreten. Er sagt, aus mangeldem Respekt vor dem Amt. Ich glaube, dass die in der Tat bedenklichen Aussagen während des Rückfluges aus Afghanistan nicht den Ausschlag gegeben haben. Die Kritik daran war nur das I-Tüpfelchen. Wenn Köhler von mangelndem Respekt am Amt redet, dann meint er damit nicht nur die Kritik, die als Dauerfeuer auf ihn einprasselte. Ich bin mir sicher, er spricht auf den Umstand an, dass niemand in Berlin Köhler zuletzt mehr ernst genommen hat.
Ich war lange ein Köhler-Sympatisant – ich habe ihn auch schon hier öffentlich verteidigt. Für mich war Horst Köhler lange Zeit der “beste” CDU-Politiker überhaupt. Das lag natürlich dararn, dass ich das Personal der Union noch nie sonderlich hochgeschätzt habe, aber auch daran, dass Köhler für mich lange Zeit eine wirklich gute Bundespräsidentenfigur abgegeben hat. Er hatte die Ruhe. Er hatte die Besonnenheit. Und er hat kritisiert. Doch irgendwann war dieses Gefühl, das ich mich von Köhler gut vertreten fühlte, weg. Ich weiß nicht mehr genau, wann das war – es muß irgendwann um den Tag herum passiert sein, als Köhler das Zugangserschwerungsgesetz schlussendlich doch unterzeichnete. Auch mit den “Afghanistanäußerungen” bin ich alles andere als einverstanden. Dennoch muß ich das Fazit ziehen: vor allem in der ersten Amtsperiode war Horst Köhler ein guter Bundespräsident.
Unabhängig von seinen “Afghanistanäußerungen” kann ich nachvollziehen, dass es gerade auch für ihn traurig und tragisch gewesen sein muß, nicht ernst genommen zu werden. Seine Aussagen hatten keine Wirkung oder wurden müde belächelt. Das ist dem Amt des Staatsoberhauptes tatsächlich mehr als unwürdig. Aus diesem Grund, kann ich seine Entscheidung schon verstehen, frage mich allerdings, ob sie nicht unter Umständen doch zu hart ist.
Doch was folgt nun? Die Namen, die von konservativer Seite als Nachfolger gehandelt werden, lassen mich sehr besorgt in die Zukunft blicken. Roland Koch. Jürgen Rüttgers. Unser Land kann sich kein Staatsoberhaupt leisten, dass käuflich ist und/oder immer mal wieder latent ausländerfeindliche Positionen durchblicken lässt. Wolfgang Schäuble. Wir können uns auch keinen Bundespräsidenten leisten, der in der Vergangenheit versucht hat, die Freiheit der Bürger massiv einzuschränken. Oder Edmund Stoiber. Entschuldigung, aber der wird nichtmal von der Mehrheit der Deutschen ernst genommen – wie soll er dann Bundespräsident aller Deutschen sein? Alle vier genannten Kandidaten halte ich für inaktzeptabel – sie schaden dem Amt und dem Land.




Die Von-der-Leine haben sie ja auch auf dem Schirm.
Mich gruselt.
Korrekt! Die habe ich inzwischen auch gehört, weil es ja jetzt wohl eher eine Frau werden soll, was an sich keine schlechte Idee ist. Aber Ursula von der Leyen? Die sortiere ich wie Schäuble in die Freiheitsbeschneidungskategorie ein – damit auch untragbar!
Zunächst mal: Uns, bzw. den Wähler wird ohnehin niemand fragen, denn wir wurden schon bei Köhler nicht gefragt. Die Wahl des Bundespräsidenten ist eine rein politische Entscheidung, bei welcher der Wähler nix verloren hat.
DAS ist Demokratie!
Was den Bundeshotte angeht, so bin ich nicht überaus traurig darüber, daß er das Handtuch geschmissen hat.
Das hat aber nix mit seiner Afghanistanäußerung zu tun, denn dort hatte er sich einfach verplappert und in einem unpassenden Augenblick unbedacht die Wahrheit gesagt.
Ähnliche rhetorisch ungeschickten Präsidenten gab es bereits vor ihm (man denke nur mal an den Bundesheini Heinrich Lübke) und wird es vermutlich auch nach ihm wieder geben.
Bereits in 30 Tagen werden wir einen neuen Grüßaugust haben. Wie der (oder die) heißen wird, das kann uns Wählern völlig wurscht sein, denn wir werden eh nicht danach gefragt. Als Deutscher von ihm vertreten fühle ich mich ohnehin nicht.
Traurig an seinem Rücktritt ist lediglich die Tatsache, daß er seine monatlichen Bezüge von ca. 18.000,-€ bis an sein wohlverdientes Lebensende weiter erhält.
Ca. 215.000,- € im Jahr! Steuerfrei und noch OHNE Nebeneinkünfte! Ganz schön viel für einen ehemaligen “Notar der BRDDR”, der politisch nicht die geringste Bedeutung hat. Da muß ‘ne alte Frau lange für stricken!
Dasselbe gilt natürlich auch für seinen Nachfolger.
Seit ich weis, dass der BuPräsi sein Gehalt bis ans Lebensende erhält, weis ich auch warum es ne Altersbeschränkung ab 45 gibt.
Der Wähler wird aus historischen Gründen nicht nach seiner Meinung zur Position des Staatsoberhauptes gefragt. Und man soltle auch wissen warum. btw war das eine Vorschrift von außen, das der nicht direkt gewählt wird und De fakto keine Macht hat.
Was seinen Nachfolger angeht bin ich ebenso ratlos wie die meisten. Unabhängig von den “Mitbewerbern” halte ich Stoiber für die rote Laterne frei. Ich halte Bayern(präziser: Bayrische (CSU)Politiker) prizipell für ungeeignet Deutschland zu repräsentieren.
Schäuble wird uns evtl. bevorstehen, aber mit dem bin ich eigentlich zufriden, da wo er grad ist. Der steht nicht im Verdacht Kohle mit den Händen rauszuschmeißen, was bei einem Nachfolger nicht sicher wäre.
Es wird auf jeden Fall ein schwarz-gelber Kandidat. Mein Tipp: Norbert Lammert!