Das ist ja wirklich mal eine Erfolgsmeldung, dass die nach nur vier Wochen (!!!!) was auf die Reihe gekriegt haben:
Endlich eine erste positive Nachricht im Kampf gegen das auslaufende Öl im Golf von Mexiko: Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen ist es den Technikern mithilfe von Unterwasser-Robotern offensichtlich geglückt, in rund 1600 Metern Tiefe ein Absaugrohr mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern in die Förderleitung einzuführen. [...] Mit dieser Konstruktion kann nun zumindest ein Teil des ausströmenden Öls in Tankschiffe umgeleitet werden, bestätigte ein Sprecher des Ölkonzerns BP. Unklar ist, wie viel Öl aufgefangen werden kann. Maximal bis zu 85 Prozent, hieß es in der Einsatzzentrale für die Rettungsarbeiten. Aber es wird wohl noch Tage oder sogar Wochen dauern, bis die beiden Lecks am Meeresboden endgültig abgedichtet werden können, meinten Experten.
Ich muß es so deutlich sagen – langsam habe ich die Schnauze voll! Die stellen sich da wie die Deppen an. Geschlagene vier Wochen (ein Monat!) dauert es, bis die nach mehreren Versuchen irgendwas auf die Reihe kriegen, um das Ölleck zu stoppen und dann ist das so ein Blödsinn??
Damit kriegen die doch den größten Teil des Öls überhaupt nicht abgepumpt. Das wird auf einen Tanker umgeleitet. Super. Wieviel läuft da am Tag aus? Das dauert nicht lange, bis der Tanker voll ist. Ich glaube, dass die den größten Teil des Öls schon aufgegeben haben und nur noch bißchen abpumpen wollen, dass die dann noch verscherbeln können. Die können mich doch nicht für blöd verkaufen!!
Ich will nicht, das unsere Erde von solchen Dilletanten zerstört wird. Ich will nicht, das die sich auf Kosten der Natur und nebenbei auf Kosten der Verbraucher bereichern. Und mir soll jetzt keiner sagen, das die es da so schwer haben, eine Möglichkeit zu finden, das Leck zu stoppen. Das ist mir alles total egal. Wenn die eine Ölbohrinsel da draußen im Meer hinstellen, dann müssen die sich vorher Gedanken machen, was im Notfall passiert. Da sind ja die Notfallpläne in Tschernobyl besser. Für diese Vorgänge fehlt mir jedes Verständnis!!




Naja, in diesesm Fall ist das kollektive Entsetzen der Amerikaner so groß, dass BP wohl dieses Jahr keinerlei Gewinne verbuchen kann. Obama wird dafür sorgern das die eine MENGE Geld zurückzahlen, angeblich inklusive der entgangegen Steuereinnahmen. Und in diesesm Fall werden sich auch die rechten hüten irgendwie ihre klappe aufzureißen.
Übrigens sehe ich ihre Unfähigkeit nicht ganz so drastisch wie du. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das eine sehr schwere Logistik ist und das sie nicht darauf vorberetet waren – wie sonst übrigens auch niemand. Greenpeace sagt zwar jetzt, dass die Ölkonzerne diese ominösen Kuppeln schon lange auf Vorrat haben müssten, aber ich habe das nachgeschaut, diese oder eine Artverwante Forderung habe ich nirgens vor diesem GAU gefunden.
Aber Du hast recht 4 Wochen sind ne Menge Holz.
Manchmal bist Du wirklich sehr naiv – ein bisschen wie ein Kind, das trotzig mit dem Fuß aufstampft…
Ich teile ja Dein Entsetzen über diese neueste von Menschen gemachte Umweltkatastrophe, und ich gebe Dir absolut Recht, wenn Du sagst: “Wenn die eine Ölbohrinsel da draußen im Meer hinstellen, dann müssen die sich vorher Gedanken machen, was im Notfall passiert”: Diese Gedanken müssten dann dazu führen, dass sie eben KEINE Ölbohrinsel dort hinstellen! Aber, wie es nun einmal ist – unser Friedensnobelpreis- und allgemeiner Hoffnungsträger Obama hat da gerade erst vor ein paar Wochen eine politische Kehrtwende gemacht und weitere solche Bohrungen gestattet… Die Forderung nach diesen Kuppeln, so wie ich es verstanden habe, lag als Gesetzesentwurf bereits vor, wurde aber auf Drängen der Öllobby aus Kostengründen abgeschmettert…
Wie auch immer, ich bin mir sehr sicher, dass BP JETZT alles tut, was sie können, um die Katastrophe einzudämmen, aus simplen PR-Erwägungen – es ist nur eben nicht viel. Genau so, wie es eben zu spät war, als Tschernobyl damals hochging, ist es auch jetzt zu spät. JETZT wird alles Menschenmögliche getan, aber die eigentliche Lektion wird wieder nicht gelernt werden.
Auch bei Tschernobyl war das Ensetzen damals groß, aber unterdessen hat die Atomlobby längst wieder Oberwasser. Und diese Ölkatastrophe wird uns noch eine Weile lang in den Medien begleiten, und Politiker werden große Reden halten und Ölkonzerne kleinlaut Besserung geloben, aber bereits in wenigen Monaten wird es wieder Business as usual geben und die Welt von neuen, anders gelagerten Katastrophen schockiert und abgelenkt sein – bis dann eben wieder einmal eine Ölpest an der Reihe ist.
Das aktuelle Krisenmanagement könnte besser oder schlechter sein, aber letztlich ist es schlicht so, dass man, egal mit welchen Bemühungen und welchem Aufwand auf eine solche Katstrophe nicht einfach einen Deckel legen KANN – sie könnten nur durch langfristig durchdachtes, verantwortungsvolles Handeln im Vorhinein verhindert werden. Das aber geschieht nicht, weil es sich für di Wirtschaft finanziell nicht rechnet.
Für große Konzerne ist das Ganze letztlich ein umgekehrter Fall von Versicherung: Man spart konstant große Summen ein, indem man Sicherheit und Umweltschutz vernachlässigt, und hofft, dass der Katastrophenfall nicht eintritt. WENN er eintritt, ist das ein Rückschlag, insbesondere für den jeweils betroffenen Konzern, aber insgesamt rechnet sich die “Investition” der Vernachlässigung eben immer noch. Auch der vorübergehende Backlash der öffentlichen Meinung wird dabei einkalkuliert, denn erfahrungsgemaß beeinflussen solche Katastrophen das Wahlverhalten der Bevölkerung kaum nachhaltig. Obama, der selbst bereits ein bestenfalls lauwarmer Umweltschützer ist, wird in den Staaten zur Zeit bei jeder Wahl erneut abgestraft. In den USA gilt die bloße Idee von Umweltschutz bereits als Sozialismus.
Manchmal bin ich naiv? Na ja. In diesem Falle jedenfalls nicht – ich stimme dir in jedem Satz zu. Aber ich denke ich liege immerhin weit über dem Bevölkerungsdurchschnitt in der Hinsicht, dass ich mich überhaupt noch darüber aufrege! Ist doch auch was …
BP hat noch kein echtes Konzept auf den Tisch gelegt, wie der Öl-Ausstrom gestoppt werden soll. Da besitzt ein Unternehmen so viel finanzielle Mittel und ist doch so machtlos angesichts der Öl-Katastrophe. Der Aktienkurs ist eingebrochen und die Bevölkerung möchte dem Ganzen nicht mehr tatenlos zusehen. Ein Boykott könnte anstehen und den Öl-Konzern an den Rand des Ruins treiben. BP ist aber auch selber schuld. Es gibt Vorsichts- und Sicherheitsmaßnahmen, die einen solchen Super-GAU hätten verhindern können. Am falschen Ende gespart, sagt man hierzu auch!