Das ist doch total hirnrissig:
Dem Bischof wird in mehreren eidesstattlichen Erklärungen vorgeworfen, als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Kinder mit der Faust, Stock oder Teppichklopfer brutal geschlagen zu haben.
Dann sagt der Bischof:
Zu den Vorwürfen sagte Mixa, dass er “zu keiner Zeit gegen Kinder und Jugendliche körperliche Gewalt in irgendeiner Form angewandt habe”.
Und jetzt sagt er auf einmal:
“Wenn jetzt das Thema auf die Frage nach Ohrfeigen zugespitzt wird, will ich ganz ehrlich sagen, dass ich als langjähriger Lehrer und Stadtpfarrer im Umgang mit sehr vielen Jugendlichen die eine oder andere Watschn von vor zwanzig oder dreißig Jahren natürlich nicht ausschließen kann”, teilte Mixa schriftlich mit.
Oh, das rechnen wir dir hoch an! Du willst es uns also ganz ehrlich sagen. Dann hören wir mal zu, weil wir so barmherzig sind. Was? Achso. Du hast die Kinder gar nicht geschlagen? Du hast ihnen nur die eine oder andere Watschn verpasst? Dann ist es ja alles nicht so schlimm.
Wisst ihr was? Ich habe es langsam satt. Erstmal lügt er sich und der Öffentlichkeit die Tasche voll. Und dann werden Ohrfeigen an Kindern von ihm auch noch als nicht so schlimm dargestellt. Der sollte zurück treten, seine Taschen packen und sich hier nie wieder blicken lassen, der Bischof.
Nach religiösen Grundsätzen und erst recht nach gesamtgesellschaftlichen Grundsätzen ist der Mann nicht mehr zu halten. Wie sieht denn das aus? Ein Bischof, der zugibt, Kinder geschlagen zu haben, das als nicht ganz so schlimm herunterspielt, weiter Bischof bleiben kann und dann nichtmal mit Strafverfolgung rechnen muß, weil die Taten warscheinlich schon verjährt sind??? Das schadet der gesamten Gesellschaft.
Innerhalb weniger Tage ist das mein zweiter Beitrag zu kirchlichen Belangen – und wieder schließe ich, zunehmend verzweifelt, mit den Worten: Gott, wirf Hirn vom Himmel!!
PS: Eine weitere unmißverständliche Meinung gibt es hier.




Schön auch Mixas selbstrechtfertigender Hinweis, dass das früher so üblich gewesen sei und jeder Schüler und Lehrer das wisse. Also ICH weiß da nichts von (obgleich ich im betreffenden Zeitraum Schüler war) und meine engere Umgebung auch nicht, aber wir waren natürlich auch nicht in irgendwelchen katholischen Einrichtungen.
Wenn der Mann sich also darauf zurückzieht, dass das früher seiner Ansicht nach alle so gemacht hätten, wäre das ein Grund mehr, jetzt einen noch genaueren Blick auf katholische Pädagogen zu werfen.
Da stimme ich dir völlig zu!
1.) Das war keine Schläge – das waren Watschn. Es ist also nicht so schlimm!
2.) Früher war das eh so üblich. Es soll früher normal gewesen sein, Kinder zu schlagen??
Der Mann ist eine Schande. Für unsere Gesellschaft und für die katholische Kirche.
[...] der hier ist richtig sauer. Kann man auch [...]
[...] seinen Rückzieher – nein, leider nicht Rücktritt – zum Thema hatten, etwa den von Roman Möller. Seltsam, wie das Gedächtnis funktioniert. Bei einem ungläubigen Kommentar von Ansku zum Artikel [...]
btw, wurde in Bayern die körperliche züchtigung erst nach 1990 aufgehoben.
mal ganz davon abgesehen, das ich das nicht gut heiße, kenne ich durchaus noch Leute die mal von “ihrem” Pfarrer eine migekriegt haben. (und wer sich zu hause beschwert hat bekam noch mal eine hintendrauf von Vater). Ja, reaktionäre umgebung ftw.
das hier seine aussagen nicht übereinanderpassen ist ja wohl uneindeutig und langsam finde cih, sollte man ihn von seinem posten entfernenn und das ncith weil er der Kirche schadet, das is mir wurscht,d er mann ist einfach für die öffentlichkeit untragbar.(bezieht sich auch auf andere aussagen von ihm)
Ich finde es sowieso untragbar wenn kinder/jugendliche geschlagen werden und (von erwachsenen), aber wenn er jemandem vor 30 jahren eine geknallt aht, dann war das nicht ganz so empörend wie wenn es gestern gewesen wäre.
und um mal den vergleich mit dem anderen Blogeintrag zu schaffen, das klima in dem das möglich ware wurde totsicher nicht von roten oder grünen geschaffen, soder von einer “dunkleren” farbe^^
Reality Check: Ja, es war früher ABSOLUT NORMAL, dass Kinder geschlagen wurden. (Und mit “früher” rede ich hier nicht vom tausendjährigen Reich oder davor!) Auch meine Eltern fanden es offensichtlich völlig in Ordnung, mich zu verprügeln, und wie Chickenfood anspricht, war körperliche Züchtigung in der Bundesrepublik teilweise noch bis in die jüngere Gegenwart Teil der Schulordnung. (Vom Rest der Welt reden wir hier besser gar nicht erst.)
Dass Ohrfeigen früher nicht als körperliche Gewalt oder Misshandlung angesehen wurden, und dass dafür auch praktisch gar kein Unrechtsbewusstsein bestand, ist schlicht eine Tatsache. Insofern könnte man Mixa hier nicht einmal eine Lüge vorwerfen: Ohrfeigen gegenüber Kindern nahm noch vor weniger als einem halben Jahrhundert praktisch NIEMAND als Misshandlung wahr – sie waren lediglich eine scharfe Form der Zurechtweisung.
Wenn jedoch Stöcke und Teppichklopfer ins Spiel kommen, dann haben wir es hier eindeutig mit Prügelstrafe zu tun (die allerdings – das solltest Du Dir ins Bewusstsein rufen, Roman! – allermindestens bis zur Zeit der 68er ebenfalls als ABSOLUT NORMAL angesehen wurde!). Spätestens hier kann sich Mixa nicht mehr darauf berufen, dass dies keine körperliche Gewalt gewesen sei.
@Chickenfood
Abschaffung der Prügelstrafe in Bayern erst 1990? Hmm, dann hatte ich ja Glück, dass es mich nicht erwischt hat, denn 1990 hatte ich schon mein Studium abgeschlossen.
Könnte es sicht doch eher 1970 gewesen sein:
http://www.zeit.de/1970/28/Bayern-ohne-Watschn
Das Züchtigungsrecht an Schulen wurde Anfang der 70er aufghehoben. Es kann natürlich sein, dass in irgendwelchen Schulordnungen rechtlich irrelevante Abschnitte noch längere Zeit weiter existierten (so wie das berüchtigte “Kranzgeld” im BGB).
Das Züchtigungsrecht von Eltern hingegen verschwand erst in den 90ern, und auch heute noch wird wohl die Mehrheit der Eltern mit Unverständnis darauf reagieren, wenn man ihnen das Recht abspricht, ihre Kinder zu ohrfeigen.
Von mir gibt es für Mixa ein verspätetes Ostergeschenk, Habe auf meinem Speicher noch einen Fuktionstüchtigen Arschtrittomat und einen Ohrfeigometer gefunden. Zwei lägendäre Daniel Düsentriebsche Erfindungen aus der Zeit als Mixa noch Gemeindeschläger war.
hmm ok, da war ich dann falsch informiert was das anging. kommt vor. ändert aber am grundsätzlichen auch nix.
normal oder nicht, die Aussage “zu keiner Zeit gegen Kinder und Jugendliche körperliche Gewalt in irgendeiner Form angewandt habe” und das “ehrliche” Eingeständnis Watschen verteilt zu haben bedeuten, dass es Mixa mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Und Lügen ist seit Jahrtausenden verboten – zumindest wenn man die zehn Gebote beachtet, was bei Bischöfen eigentlich üblich sein sollte…
@wahrscheinlich: Besser könnte ich es nicht sagen! Für mich ist es auch unerheblich, dass Watschn früher “üblich” gewesen sein sollen, was wie die Lüge als Aussage eine absolute Frechheit ist.
Ich stimme der allgemeinen Meinung im Grunde zu. Ich finde aber das die Diskussionen darüber ob das körperliche Züchtigen von Kindern irgendwann mal legitim war, nicht nötig bzw. angebracht sind. Denn nur weil es “früher” in der Gesellschaft üblich war oder zumindestens akzeptiert wurde Kinder zu schlagen, sollte das ja nichts an dem moralischen Grundsatz des Bischofs ändern. Was ich damit sagen möchte ist, das ihn wahrscheinlich niemand dazu gezwungen hat die Kinder auf diese Weise zu erziehen. Da stellt sich jetzt für mich die Frage ob er jetzt in letzter Zeit keine Kinder mehr geschlagen hat weil er das selber für unmoralisch und unmenschlich hält oder nur weil er das jetzt einfach nicht mehr darf. Abschließend ist zu sagen wenn Mixa jetzt plötzlich einfällt das er doch Kinder geschlagen hat, sollte ihm dann doch bitte auch auffallen das er auf seiner jetzigen Position nicht mehr tragbar ist.
@Den Eils:
Denn nur weil es “früher” in der Gesellschaft üblich war oder zumindestens akzeptiert wurde Kinder zu schlagen, sollte das ja nichts an dem moralischen Grundsatz des Bischofs ändern.
Genau DAS finde ich auch!! Selbst wenn es damals “üblich” war – was hätte ihn daran gehindert, als moralische Instanz zu erkennen, dass das falsch ist?? Er hat Kinder geschlagen. Und was fast genauso schlimm wiegt: er hat gelogen und versucht es jetzt zu verschleiern. Selbst wenn der Vorwurf eine Lapalie wäre (was eine Ohrfeige in keinem Fall ist), hat er gelogen. Der inzwischen erfolgte Rücktritt ist alternativlos!