Heute: Jürgen Todenhöfer (Publizist, Autor)
“In Deutschland muß der Innenminister Terroristen jagen, die der deutsche Verteidigungsminister durch das Töten afghanischer Zivilisten züchtet. “
Quelle: taz, Printausgabe 25. Januar 2010, Seite 4
Merke also – Deutschland wird nicht am Hindukusch verteidigt, es gerät am Hindukusch vielmehr in Gefahr.




Ich wünschte, es wäre so einfach: Keine Auslandseinsätze der Bundeswehr mehr, keine Terroristen in Deutschland mehr.
Wäre das so? Oder würden sich die Gotteskrieger nicht einfach nur anderen Zielen zuwenden? Natürlich wäre das für uns in Deutschland schön, wenn die Menschen nicht mehr auch bei uns, sondern ausschließlich woanders umgebracht werden. Ich meine – was gehen mich die afghanischen Mädchen und Frauen an?
Nur blöd, wenn wir uns zwar militärisch aus allem heraushalten, aber trotzdem noch ins Visier von islamischen Terroristen geraten. Zum Beispiel, weil wir Gebrauch von unserer Meinungsfreiheit machen. Oder weiterhin das Existenzrecht Israels anerkennen. Oder politische Flüchtlinge aufnehmen.
Wer nicht begreift, worauf ich hinauswill: Welche Handlungen unseres Staates richtig oder falsch sind, darf er NICHT davon abhängig machen, ob er dadurch ins Visier fanatischer Terroristen gerät! Natürlich ist das Töten afghanischer Zivilisten falsch. Daraus aber zu schließen, dass der Bundeswehreinsatz am Hindukusch generell falsch ist (wozu ich hier keine Aussage treffe, da mir das dafür nötige Hintergrundwissen fehlt), ist unzulässig und schlicht feige!
Islamisten sehen Deutschland als Ziel für Terroranschläge, wenn sie es als politischen Gegner ansehen. Militärische Einsätze, welche zivile Opfer fordern, erleichtern es zwar wohl, dafür Freiwillige zu finden, sind aber gewiss keine notwendige Bedingung dafür.
Ich wünschte, es wäre so einfach: Keine Auslandseinsätze der Bundeswehr mehr, keine Terroristen in Deutschland mehr.
Nein, das ist es natürlich nicht. Und sich nur in Intention zu drücken, das man selbst in Mitteleuropa “Ruhe” hat, ist tatsächlich mehr als feige!
Ich kann mir über den Bundeswehreinsatz auch kein abschließendes Urteil bilden, da auch mir das nötige Hintergrundwissen nicht gegeben ist. Aber eines ist mir ganz sicher klar: der Einsatz bedeutet auch für die Sicherheit Deutschlands eine zusätzliche Gefahr, weil wir uns da mit Gewalt einmischen und dies natürlich nicht nur zu zivilen Opfern, sondern auch zwangsläufig zu neuer Aggression führt.
Wir können durch Frieden, Frieden erreichen.
Man kann nicht Menschen umbringen, die anders denken und dabei hunterttausende oder millionen Zivilisten mitnehmen.
In jedem Land gibt es Kriminalität und wenn wir daran interessiert sind in diesen Ländern die Kriminalität zu bekämpfen, weil wir uns durch diese in Gefahr sehen, dann müssen wir uns mit diesen regierungen hinsetzen und verhandeln (wie das Menschen ebenso tun).
Egal, ob gelb, rot, schwarz oder weiß, ob Araber, Afrikaner oder Amerikaner MENSCH IST MENSCH und mit Menschen kann man einig werden.
Wir können nicht einfach in Länder einmarschieren und dort so viele Menschen umbrigen, wir dürfen uns nicht selber zur Terroristen machen.
Wir müssen aus unserer Geschichte lernen, denn
wir können durch Frieden, Frieden erreichen.
Wenn wir aus unserer Geschichte lernen wollen, dann sollte uns auffallen, dass die friedlichen Verhandlungen mit Hitlerdeutschland irgendwie nicht das gewünschte Ergebnis erbracht haben…
Viel zu oft werden friedliche Interventionen nur als Zeichen von Schwäche gedeutet.
Aber es liegt wohl an der Uhrzeit, dass ich überhaupt auf dieses Zeugs antworte…