Jürgen Rüttgers, ok. Kennen wir ja. Aber wer ist denn Hermann Gröhe? Ja haaa, der ist neuer CDU-Generalsekretär. Ich habe von dem noch nie was gehört – bis jetzt. Das erste, was ich da jetzt von ihm höre ist auch gleich mal der größte Unsinn, den ich seit langem gehört habe. Aber ich hätte es gleich ahnen können – schließlich kannst du als Pofalla-Nachfolger nicht irgendeinen hinstellen, der nur geistreiches von sich gibt. Das würde auffallen. Und so sagt Gröhe:
“Volkspartei” zu sein: Das ist der Anspruch der CDU Deutschlands seit ihrer Gründung. Ja, die Union hat das “Copyright” auf diese Idee einer Partei, die auf der Grundlage gemeinsamer Wertvorstellungen Männer und Frauen ganz verschiedener Herkunft, Jung und Alt, zur Gestaltung unseres Gemeinwesens einlädt. Bei CDU und CSU gründen diese gemeinsamen Überzeugungen im christlichen Glauben. Die Hinwendung zu christlichen Wertvorstellungen nach den Erfahrungen von Nazi-Barbarei und Weltkrieg geschah dabei – auch als Antwort auf die konfessionelle Zerrissenheit während der Weimarer Republik – bewusst in ökumenischer Form.
Ohh, neee!! Da frage ich mich gerade direkt nach der Bundestagswahl, wie eine Partei, die sich unter anderem auch “christilich” nennt, die stärkste Kraft im Land werden kann, und dann haut Gröhe mir das genau als Argument hin, warum die CDU die einzige Volkspartei ist. Vielleicht sollte man mal eine Partei gründen, die an nichts “glaubt” – eine Atheistenpartei. Eine Partei, die einfach nur sagt: “Heeey, was die anderen Parteien auch sagen – wir glauben nix mehr!” Ich will nicht wetten, wie das dann für die CDU ausgeht.
In meinen Augen zeugt es jedenfalls eher von Größenwahn, Realitätsverlust und Hochmut vor dem Fall, wenn die CDU für sich das Copyright auf den Typus Volkspartei erhebt. Der Hermann Gröhe hat doch einfach nicht verstanden, dass das Problem der zweiten, natürlich noch immer existenten Volkspartei SPD ein Stück weit auch das Problem der Union ist – man braucht sich ja nur mal anschauen, wie sich die Zahl der Wähler bei der Union in den letzten Jahren entwickelt hat. Auf einen weiteren Punkt macht uns dann Jürgen Rüttgers aufmerksam:
Angesichts der schwindenden Einheit in unserer Gesellschaft, des hohes Veränderungstempos und des radikalen Wandels der Arbeitswelten habe viele Menschen eine grundlegende Verunsicherung ergriffen. Darauf müssten die Volksparteien eine Antwort finden. Der SPD sei dies in den elf Jahren ihrer Regierungszeit im Bund nicht gelungen. “Doch auch die CDU als letzte verbliebene Volkspartei muss sich der veränderten Lage stellen”, mahnt Rüttgers. Schließlich habe die Union bei der Bundestagswahl weder “von der Schwäche der SPD noch von der Popularität der Kanzlerin profitiert”.
Ja, danke! Das ist doch genau der Punkt:
1.) Das die SPD weiterhin Volkspartei ist, zeigt das letzte Wahlergebnis. Die SPD hat 23% eingefahren. Auch Jürgen Rüttgers und Hermann Gröhe werden mir zustimmen, das es keine negativere Stimmung für die SPD geben kann und das die 23%, die SPD gewählt haben, als hartes Stammpublikum zu betrachten sind. Ich frage mich nun: welche Partei hat so viele Stammwähler? Doch wohl nur eine Volkspartei! Die SPD hat so viele Stammwähler, wie die FDP nie bei einer Wahl erreichen wird – so sieht die Lage aus.
2.) Warum hat die CDU denn bitte nicht von der Schwäche der SPD und der Popularität der Kanzlerin profitiert? Weil es in der “zweiten Volkspartei” CDU auch langsam zu bröckeln beginnt. Rüttgers und Gröhe tun sich selbst keinen Gefallen, wenn sie das ausblenden und lieber so tun, als wären sie die einzig wahre Volkspartei.
Na, egal. Die sollen später nicht sagen, das ich sie mit meiner stark sozial ausgeprägten Ader nicht gewarnt hätte. Und das als Atheist! Heeey, das muß man sich mal vorstellen. Das glaubt mir keiner. Oh Gott!




Aprospos Pofalla: der hat sich ja angenehm zurück gehalten. war wohl doch nicht so schlimm das der Minister wurde.^^
Wie Christlich diese Partei noch ist kann dir ja am besten die CDU rechte (ich hätte beinahe im affekt das wort “faschistisch” benutzt) beantworten. Die halten sie für ziehmlich unchristlich, die haben nur keine andere Wahl.
Ich frage mich gerade wie viele Stimmen die CDU gewonnen hätte wenn sie die Kanzlerin NICHT gehabt hätte. DIe CDU hatte mehr als 30%, das ist zu 70% auf Merkel zurückzuführen, die restlichen 30% trotz Merkel.
Bei 1 widersprichst du dir selbst:
Ob die SPD an ihren Anspruch wieder herannkommt wird man bei den kommenden Wahlen sehen. Bei der letzten hat mans sicher NICHT gesehn.
Am besten ist dieser Satz:
“Grundlage gemeinsamer Wertvorstellungen Männer und Frauen ganz verschiedener Herkunft, Jung und Alt”
um zum kern der CDU zu kommen, streiche bitte “Jung” und “Frauen”, dann sind wir in der Realität angekommen.
@FDP: Wenn dirk niebel weiterhin klientelpolitik betreibt, dannw erden die noch ewig da festhängen. für die anderen Parteien ist es blos gut das Rösler sich vorgenommen hat auf zuhören.
btw, ich wusste wer Hermann Gröhe war, auch wenn ich erst den freudschen Verleser mit “Göring” hatte^^
(habe zu viel P.J.Farmer, “Die Flusswelt der zeit” gelesen)
Tja, ohne die Kanzlerin hätte die FDP warscheinlich noch viel stärker gewonnen – wie das “Nichtwählerlager”. Die Dimensionen will ich mir eigentlich gar nicht ausmalen …
Wo widerspreche ich mich genau? Das verstehe ich gerade nicht?
Bei deinem Streichvorschlag mit “Jung” (im doppelten Sinne, das weiß Franz-Josef!! *g*) und “Frauen” gehe ich voll mit.
Dirk Niebel? Ach, hör mich auf mit Dirk Niebel …
Wenn auch den freudscher Verleser einen Tick zu weit geht, man denkt bei seinen Ausführungen ja schon, dass er denkt, dass es zwischen CDU und dem Staat größere Überschneidungen gibt. Ich sage: bloß nicht, Religion reicht schon!
du ahst behauptet,d as die SPD eine Volkspartei ist, und willst das mit dem letzten Wahlergebnis belegen.
lol.
offensichtlicher widerspruch.
ohne rote brille wird das letzte wahlergebnis eigentlich als
argument GEGEN die SPD als Volkspartei angeführt.
jetzt kann ich dir diese Brille nicht absprechen und wäre geneigt deine argumente mitzugehen, aber das geht halt einfach nicht. da is mir die “beweisführung” zu schwach.
Es gibt eben kleinere und größere Völker…
@Chickenfood:
du ahst behauptet,d as die SPD eine Volkspartei ist, und willst das mit dem letzten Wahlergebnis belegen.
Das ist jedenfalls mein Eindruck. Belegen kann ich das nicht:
Das die SPD weiterhin Volkspartei ist, zeigt das letzte Wahlergebnis. Die SPD hat 23% eingefahren. Auch Jürgen Rüttgers und Hermann Gröhe werden mir zustimmen, das es keine negativere Stimmung für die SPD geben kann und das die 23%, die SPD gewählt haben, als hartes Stammpublikum zu betrachten sind. Ich frage mich nun: welche Partei hat so viele Stammwähler? Doch wohl nur eine Volkspartei! Die SPD hat so viele Stammwähler, wie die FDP nie bei einer Wahl erreichen wird – so sieht die Lage aus.
Für mich klingt das absolut logisch und nachvollziehbar. Es ist jedoch nur theoretisch abgeleitet – aus meiner völlig subjektiven Perspektive. Ich weiß nicht, wie viele Wähler die FDP hätte, wenn sie es sich so “mit ihren Wählern verscherzt hätte” wie die SPD. Da wären die knapp über 5%. Das sagt alles!
Es kommt natürlich immer auch auf die Definition des Wortes “Volkspartei” an. Da denkt auch jeder unterschiedlich. Eine Partei, insbesondere eine “Volkspartei” war früher ja was ganz anderes als heute. Das Gefühl “Volkspartei” habe ich nie gekannt, warscheinlich weil ich völlig unpolitisch erzogen wurde. Ob also der Begriff “Volkspartei” von “damals” überhaupt noch existiert, darüber kann man durchaus streiten. Wenn es so ist, dann ist die SPD in jedem Fall noch Volkspartei.
JO!
Und dann hat der Nikolaus den Osterhasen geheiratet und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
Gute Nacht, liebe SPD!
Hai Roman, hier ein aktuelles Schmackel
http://nixzen.wordpress.com/2010/02/22/ruttgers-co-parteispenden-mal-web-2-0/