Interessantes Interview von Franz Müntefering! Darin sagt er:
„Den Menschen muss wieder klarer werden, dass sich keiner seiner Verantwortung entziehen kann. Es gibt ein Gefühl bei manchen, dass derjenige, der nicht handelt, mit dem, was passiert, nichts zu tun hat. Aber das ist nicht so. Wer nicht handelt, ist genauso verantwortlich. Man kann nicht Nichthandeln. Wer nicht handelt, der lässt geschehen. Und deshalb ist die wichtigste Erkenntnis in der Demokratie: Es gibt kein Entrinnen. Jeder ist in der Verantwortung.“
Wie recht er doch hat! Die Freiheit nicht zu wählen, ist auch ein Grundrecht der Demokratie – es zu sanktionieren muß deshalb ein Tabu bleiben, das keinesfalls gebrochen werden darf. Aber die Freiheit nicht zu wählen, befreit keinen Bürger des Landes aus der Grundverantwortung, am Wahltag eine Entscheidung zu treffen. Daher ist der einzig richtige Weg, das möglichst viele Einwohner eines Landes die nach einer Wahl gebildete Regierung zu legimitieren.
Das Müntefering natürlich erreichen möchte, das die Mehrheit der Wähler sein Kreuz am Wahltag bei der SPD macht, liegt nur in der Natur der Sache – dennoch ist die Wahl der Partei zweitrangig (abgesehen von extremen Kräften, die ja mitunter nicht für die Wahlfreiheit stehen) – entscheidend ist, das der Wähler auch von seinem Wahlrecht Gebraucht macht, und zwar auf freiwilliger Basis.
PS: Wenn Müntefering sich wundert, das die Sozialdemokratie die richtigen Rezepte hat, aber die Partei nicht genügend Wähler an die Wahlurne gebracht hat, dann sollte er sich mal die Kommentare durchlesen! Dort wird er von vielen als „Arbeiterverräter“ gegeißelt – dies ist letztendlich nur Ausdruck dessen, das die Partei nach der Agenda 2010, die sicher nicht komplett falsch war, aber in den Köpfen der Wähler offenbar als massiver Sozialabbau hängen geblieben ist, ein riesiges Glaubwürdigkeitsproblem hat. Ich bin überzeugt, das viel mehr Wähler als 25 Prozent die Rezepte der Partei für richtig halten – nur identifiziert niemand die Partei damit. Ich bin mir sicher: hätte Schröder keine Agenda 2010 durchgepeitscht, dann wäre die SPD in den Umfragen heute klar stärkste Kraft! Das kann man schon an den eigentlich für die CDU angesichts der „SPD-Schwäche“ ebenfalls bescheidenen Umfragewerten ablesen.





Müntefering sagte damals: „Sozialsicherung auf hohem Niveau“, in Wirklichkeit waren das Schröder´sche Schnellschüsse ohne hohes Niveau a la -keine Diskussion -basta. Die Mehrheit-Sozis sind einfach darauf reingefallen. Trotz Warnung vieler Gruppen, insbesondere den Gewerkschaften hat man das durchgepeitscht, koste es was es wolle; jetzt hat man leider die Quittung. Auch ich habe damals dann durch Passivität den Dienst quittiert (ich nehme den Dienst jetzt wieder auf), viele Gewerkschaftler haben die Partei verlassen, was ich aber auch nicht akteptieren kann. Die Agenda-2010-Aktion war sicher das Dümmste, was die SPD seit 143 Jahren hervorgebracht hat – vieles nicht bedacht, unausgewogen, viele Nachbesserungen – und heute noch nicht geliebt. CDU/FDP hätten es auch nicht besser machen können, die freuen sich – nein, da bin auch heute noch anderer Meinung. Agenda 2010 war komplett falsch! Sie ist schon deshalb falsch, weil die Ziele nicht erreicht wurden, im Gegenteil, der SPD und vielen anderen geschadet haben. Das habe ich damals schon gesagt, aber wenn man nicht dem Micky-Maus-dumpfen Mainstream angehört, hat man´s halt schwerer. Jetzt wird die Quittung verteilt, selbst dann, wenn sich das Volk durch CDU/FDP wählen selber Schaden wird. Wie 8 Millionen fehlende SPD-Wähler, die nicht wählen gehen, weil sie nicht CDU/FDP wählen wollen, wird vorerst eine Utopie bleiben. Wir brauchen noch viel Zeit…
News – News – News.
Sparmaßnahmen bei der SPD:
Die ehemalige Partei der sozialen Demokratie in Deutschland hat sich jüngst wegen der durch das S entstandenen Wertebindung von diesem Buchstaben getrennt, damit niemand ihnen mehr eine Doppelmoral unterstellen kann.
Die vormalige SPD hat deshalb den ersten Buchstaben ihrer Parteibezeichnung eingespart.
In einer Krise müsse man, so ein Sprecher der PD „den Gürtel enger schnallen“.
Vorwürfen des Profilverlustes begegnet die Partei ablehnend. Die PD sei genau die gleiche wie zuvor, nur eben ohne S.
Quelle: Minotaurus-Newstickers.de
nicht schlecht.., es gibt aber auch Menschen, die sich nicht so ohne weiteres mit einem von einzelnen Personen gemachten Status Quo abfinden; wenn man einfach nur abhaut und nur ´nen coolen Spruch hinterläßt, ist das kein Deut besser. Als richtiger Sozi verläßt man die Partei nur durch Rausschmiss oder Tod, ansonsten hat man gefälligst für „seine“ Sozialdemokratie zu kämpfen, das sind wir unseren alten Kämpfern und unserer Geschichte schuldig. Es geht nicht um Wahlkampf, sondern der SPD die richtigen Wege wieder zu weisen, und das kann man nicht von außerhalb.
Also der Spruch von Minotaurus ist für mich ziemlich inhaltsleer und sinnfrei, weil man das abgewandelt auch auf jede andere Partei umschreiben kann, die in den letzten Jahrzehnten Regierungsverantwortung hatte!!
Wenn man in eine Partei eintritt, dann halte ich es auch für falsch, bei einer falschen Sachentscheidung von großer Tragweite (in diesem Falle die Agenda-Politik unter Schröder) gleich das Weite zu suchen, so lange man mit den grundsätzlichen ideologischen Überzeugungen der Partei noch übereinstimmt.