Der Pofalla ist ja immer für ein Eigentor gut. Und der fälscht die Dinger nicht ab oder lässt den Ball verspringen. Nein – der zieht voll ab auf das eigene Tor. In der heutigen Printausgabe der taz lese ich:
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla warf Westerwelle einen unklaren Kurs in der Koalitionsfrage vor. „Wer zur Zeit wackelt, ist Guido Westerwelle“, sagte Pofalla – und warnte bürgerliche Wähler vor einer Stimmabgabe für die FDP. „Wer den Liberalen seine Stimme gebe, könne eine Koalition mit der SPD herbeiführen“, so Pofalla.
Ist ein schlechter Witz, oder? Öhm, wer koaliert denn gerade mit der SPD? Das ist nicht die FDP, das ist die CDU. Nicht nur, das es peinlich ist, es ist auch falsch – schließlich kommen „Ampel-Töne“ bislang ausschließlich von SPD und den Grünen, die FDP hat lediglich immer wieder ihre Unabhängigkeit betont. Das muß man den Liberalen immerhin lassen – das ist auch das Beste, was man vor einer Wahl als Partei machen kann.





Du interpretierst die Äußerungen von Politikern immer so völlig naiv frei von pragmatischen Erwägungen… Natürlich will Pofalla Wähler, die entweder FDP oder CDU wählen wollen, zu seiner Partei lotsen (und „Koalition mit der SPD“ heißt natürlich „Regierung ohne CDU“), und zwar aus genau dem komplementären Grund, aus dem ein CDU/FDP-naher Wähler FDP wählen würde: Weil er eine Koalition mit einer möglichst schwachen FDP will! Eine 18%-FDP hätte ja tatsächlich etwas zu melden, im Gegensatz zu den rückgratlosen Trittbrettfahren des vorigen Jahrhunderts, die im einstelligen Prozentbereich dahindümpelten und um „Leihstimmen“ betteln mussten.
Seine Aussage ist: „Wenn Ihr CDU/FDP wollt, wählt CDU, weil Ihr sonst SPD/FDP/Grüne riskiert!“, und damit wird er auch gewiss die eine oder andere Wählerstimme kriegen.
nun gut, man liest ja überall, und westerwellchen tut es auch immer wieder kund, dass für ihn verschiedene koalitionen in frage kommen.
die fdp war ja schon immer für alles zu haben, hauptsache macht.
@Andi: Mir ist völlig klar, was Pofalla damit sagen/erreichen wollte. Ich wollte nur mal auf den Umstand hinweisen, das er sich völlig lächerlich macht, wenn er das aus einer großen Koalition heraus tut. Denn die Wahrheit sieht doch anders aus – die Warscheinlichkeit, der SPD zur Macht zu verhelfen ist (außer beim wählen der SPD selbst) bei der CDU am höchsten und damit höher als bei der FDP.
@Lupe: Ich habe auch irgendwie den Eindruck, das Westerwelle das Image der Glaubwürdigkeit absichtlich aufgebaut hat, um es jetzt mit einem guten Wahlergebnis wieder über Bord zu werfen.
Mit was für aktionen hat sich denn die FDP „glaubwürdig“ gemacht?
mit dem versprechen die steuern zu senken? oder damit die finzanzkrise in den griff zu bekommen?
Nee, in meinen Augen ist er auch weiterhin unglaubwürdig – keine Angst!
Aber er hat ein paar Jahre die Koalitionslinie der FDP so gehalten, das nur Koalitionen mit der FDP geschlossen wurden. Das ist ja offenbar auch sein Selbstverständnis von Glaubwürdigkeit!