Ohh ha! Am Mittwoch trifft CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer den Papst und will das als Zeichen verstanden haben, das die CSU die Kernanliegen konservativer Unionswähler ernst nimmt. Der bildet sich jetzt warscheinlich total was drauf ein, das er den Papst treffen darf. Die Wirklichkeit sieht anders aus – ich kann da mal aus dem Nähkästchen plaudern. Der Papst hat nämlich mich angerufen, ob ich ihn nicht mal besuchen möchte. Es hat ihn offensichtlich ziemlich beeindruckt, das ich die Existenz mehrerer Kirchen in meinem Heimatort nicht leugne, sondern anerkenne! Ich hatte erst noch gezögert, dann aber abgesagt, weil ich Mittwoch leider schon einen Termin habe – ich lasse mir an dem Tag nämlich die Fußnägel schneiden. Na ja. Schade. Aber vielleicht wird das mal zu einem anderen Termin was? Ratze? Ruf mich an, ok?
In einem Punkt hat Ramsauer auf jeden Fall recht – nämlich mit seiner Kritik an der Kanzlerin! Wir sind Brüder im Geiste, was das bertrifft – auch wenn wir Angela Merkel aus unterschiedlichen Gründen kritisieren: Ramsauer, weil sie das Profil der Union verwässert (finde ich auch, ist mir aber Wurscht) und ich, weil sie nur rumeiert! Aber es haben sich auch noch andere namhafte Größen aus der Union zu Wort gemeldet. Ganz weit vorne in der Reihe der Kritiker ist Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger:
Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) ermahnt Merkel „irgendwann die Uniform der Kanzlerin in den Schrank zu hängen und die Uniform der Parteivorsitzenden anzuziehen.“
Was für ein dämlicher Vergleich, da Merkel außer auf Opernbällen ja immer Blazer trägt. Hat der Unionsblazer eine andere Farbe? Schwarz warscheinlich. Ich fände einen schwarzen Blazer auch passend, aber nur deshalb weil Merkel als Kanzlerin bislang eine überaus trautige Bilanz vorzuweisen hat – Oettinger würde sie warscheinlich loben, weil sie endlich wieder das Profil der Union betont. So ein Hirnriss! Auch aus Brandenburg hört man kritische Töne:
Auch Jörg Schönbohm, Innenminister in Brandenburg und einer der letzten Vorzeigekonservativen der CDU, nimmt die Parteichefin in die Pflicht: „Frau Merkel muss jetzt klarmachen, wofür die Union steht.“
Nö, da kann ich nicht zustimmen. Ich weiß längst wofür die Merkel-Union steht! Und zwar für die Mitte. Was das genau sein soll? Keine Ahnung. Eben! Richtigen Unsinn redet dann die Forschungsministerin (woran forscht die eigentlich die ganze Zeit?):
Annette Schavan kann daher nur den Kopf schütteln. „In keiner Partei wird mangelnde Geschlossenheit schärfer bestraft als in der CDU“
Das ist wirklich Käse. Da braucht sie nur mal Andrea Ypsilanti anzurufen und sie zu fragen. Es ist doch in Wirklichkeit so, das jede Partei, die keine klare Linie hat und innerlich zerstritten ist, irgendwann Probleme bekommt, ihre Inhalte noch ordentlich zu vermitteln! Die Aussage zeigt auch auf, das Schavan (als Unions-Vertreterin, nicht als einzelne Person!) gar nicht mehr von Problemen der SPD lamentiert, sondern inzwischen eigene parteiinterne Probleme priorisiert sieht. Das ist sehr interessant. Das spricht doch für eine nachhaltige Erholung der SPD – im Zuge dessen wird diese die Union bis zur Wahl zwar nicht unbedingt als stärkste Kraft einholen, aber sich ihr doch zumindest merk(e)lich annähern. Das i-Tüpfelchen in dieser munteren Unions-Wortmeldungsparade setzt dann aber Laurenz Meyer (ja, den gibt’s auch noch!):
„Für die CDU hat Angela Merkel als Kanzlerin der großen Koalition einen entscheidenden Fortschritt erreicht“, sagt er. „Im Gegensatz zu 2005 hat die Mehrzahl der Menschen vor einer Regierung aus Union und FDP keine Angst mehr.“
Ich wette dagegen! All-In, Laurenz?





Danke für den Trackback. Ich würde mal sagen Herr Meyer verliert alles und wird nie mehr gesehen. Ist wohl auch besser so…
Offenbar ist der Prozentsatz an Wählern, die sich noch an die letzte Koalition von Union und FDP auf Bundesebene erinnern, zu klein geworden…
Ja, die Geschichte wiederholt ihre Fehler immer wieder, aber muss sie das unbedingt in einem Zyklus von weniger als 30 Jahren tun?
Trifft Ramsauer eigentlich nur den Papst und nicht auch den Williamson? Der formuliert wenigstens klarer, wo die katholische Kirche steht!
Es wird Zeit, dass der Papst seine Mitra wieder in den Schrank hängt und endlich in das Gewand des Inquisitors schlüpft. Schließlich bricht die NPD gerade unter dem Gewicht ihrer finanziellen Inkompetenz zusammen – das ist DIE Chance für die christlichen Kräfte in unserer Gesellschaft, ihr rechtes Standbein wieder fest im braunen Boden zu verankern!
Die Leitkultur in Deutschland muss zu ihren Wurzeln als Leidkultur zurückkehren!
@Florian: Ja, gerne geschehen. Interessante Seite, die du da hast. Habe ich gleich mal „geblogrollt“!
Ich denke auch, das es mit Laurenz Meyer bergab gehen wird. Gegen Dieter Wiefelspütz hat er wohl wieder keine Chance in seinem Wahlkreis.
@Andi: Ich finde es auch erschreckend, wie vergesslich manche (viele) Wähler doch sind – das hatten wir ja auch schon mal thematisiert! Aber ich glaube nicht, das die Kirche mehr am rechten Rand grasen kann, nur weil die NPD sich selbst zerlegt. Ist ja nicht so, das die dann hoffentlich bald ehemaligen NPD-Mitglieder sich nicht zu organisieren wüssten.
@ Andreas Pischner
Wie soll das denn gehen? Eingeweihte wissen: Die Gerontokraten im Vatikan werden doch nur jedes mal fitgespritzt, wenn `ne Kamera droht oder `ne Fensterrede zu halten ist. Iss die Kamera weg, schieben die Jungs ihren Gehwagen durch die Gänge und suchen im Kleiderschrank nach der Toilette! Und jetzt geht der Ramsauer da als Altenpfleger hin – soll er doch bleiben, iss doch gut.
Beste Grüße
Vogel
PS.: Wir sollten nicht ungerecht sein, `n bisschen `was gutes iss doch noch dran am PapaRatzi: Gerade hat er immerhin das Aidsproblem in Afrika gelöst! Ohne Kosten für Medikamente, Pariser und son`n Teufelszeug! Dat iss doch wat!
Na ja. Mit der Papsthetze in der Form bin ich nicht wirklich einverstanden. Auch wenn da wirklich nicht alles in meinem Sinne verläuft, so hat der Papst (inklusive der gesamten Kirche) doch im Rahmen der Religionsfreiheit seine Daseinsberechtigung.
Roman, dat iss keine Papsthetze, dat iss`n Tatsachenbericht!
Ich
). Wat war: Meine Frau brauchte für die kirchliche Heirat `nen Persilschein vom Oberkatholen aus Köln wg Mischehe mit `nem Heiden!! Und der Mensch vor Ort, der zölibathalber von Morgens bis abends gestaut war, dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr, der hat uns dann einen vom Pferd – Pardon – von der Ehe und von Kinder erziehen erzählt. Der war auch so`n richtig alter Knochen! *Bähh* Was für ein Erlebnis!
binwar evangolisch, meine Frau ist kathelisch, wir haben `72 geheiratet (da bist Du noch im großen Teich geschwommenGrüße
Vogel
Derartige Erfahrungen habe ich nicht gemacht – ich bin in keinster Weise auch nur ansatzweise irgendwie kirchlich orientiert. Ich finde, das jeder machen sollte, was er will – so lange er niemanden in seiner Freiheit einengt. Ich bin bisher von der Kirche persönlich noch nicht irgendwie „belästigt“ oder sonst irgendwie tangiert worden – daher meine neutrale Haltung!
D`accord. Und was sagt die katholische Kirche, der Vati-kann, der Papst dazu? Das ist das Problem! Den Menschen dreimal täglich reinreden – aber keine Kritik an sich selbst akzeptieren wollen! *rotzspuck*
Grüße
Vogel
Ich gebe dir völlig recht – ich wollte nur sagen, das ich bislang von der Kirche noch in keinster Weise belehrt oder bevormundet wurde. Man muß eben selbst seine Erfahrungen machen – aber ich werde da nicht auf die Kirche zugehen und Kontakte suchen, weil das alles nichts für mich ist.
[...] mir nicht nur, siehe hier, hier, hier, hier oder zum Beispiel auch hier [...]