Jetzt kriegt sie langsam Muffensausen, die Noch-Kanzlerin – und stimmt das Land schonmal auf schlechte Nachrichten ein für das nächste Jahr, welches dann zufällig auch das Wahljahr ist, in dem sie wiedergewählt werden soll (jedenfalls wenn es nach ihr ginge). Und da fallen dann so Sätze wie:
“Wir müssen damit rechnen, dass das kommende Jahr, zumindest in den ersten Monaten, ein Jahr schlechter Nachrichten wird.”
Jetzt könnte ich natürlich bissig sein und sagen: “Ja, ok. Sie wird ja dann abgewählt! Schon in der zweiten Jahreshälfte geht es wieder bergauf.” Aber obwohl ich alles andere als ein Freund der Kanzlerin bin, muß ich doch etwas sachlicher an die Thematik herangehen.
Wenn ich den verlinkten Beitrag zu Ende lese, gewinne ich den Eindruck, das die Kanzlerin um jeden Preis den Eindruck erwecken will, das sie auch in Zeiten der Krise das Heft in der Hand hält. Das Bittere nur: sie hielt es nie in der Hand. Ob da nun der Michael Glos daherkommt und im Rahmen einer der zahlreichen, zum Scheitern verurteilten Versuche (sich und die CSU zu profilieren!) unternimmt und fordert, das die Entlastungen und Maßnahmenpakete weiter gehen müssen – na und? Ob Merkel dazu nun ja sagt oder nicht – da kräht eh kein Hahn nach.
Ich glaube, das die Wirkung von Kojunkturpaketen wird ohnehin stark überschätzt. Wie soll denn ein Volk die Rezension aufhalten, wenn jeder 5 oder 10€ mehr in der Tasche hat? Ist doch lächerlich. Alles Augenwischerei. Ich glaube jedem Politiker, das er die Arbeitslosigkeit bekämpfen will – aber der Einfluß ist doch trotz Richtlinienkompetenz auch für Merkel nur verschwindend gering. Wie Schröder 2005 die zu hohen Arbeitslosenzahlen zum Verhängnis geworden sind, könnte es auch Merkel im nächsten Jahr ergehen – ohne das sie was dagegen tun kann.




Sie ist eine Prophetin, oder?
Natürlich wird es ein Jahr schlechter Nachrichten. Dafür werden Merkels politische Gegner schon sorgen.
Wenn alles, was die Merkel-Regierung im Strategiekeller so gemunkelt hat, bei Lichte besehen werden würde, dann könnte es tatsächlich viele schlechte Nachrichten geben. Die Frage ist nur, wieweit hängen die Sozis da mit drin, immerhin ist es ja eine Koalition
Das wird, wenn wir Pech haben, auch ohne größere Mithilfe der Politik ein Jahresbeginn mit schlechten Nachrichten, wenn ich mir die Situation in der Wirtschaft so ansehe. Die Politik hat mit ihrer Panikmache (und damit meine ich alle Parteien und Politiker) ihren Dienst bereits geleistet und die Wirtschaftskrise hat sich psychologisch mehr als nur verselbstständigt.
Da wurde eine Kettenreaktion in Gang gesetzt und begünstigt, die nun ein Eigenleben entwickelt und nicht mehr kontrollierbar ist.
Sorry für’s Schwarzmalen.
Meine Vermutung ist, dass die CDU bei der nächsten Bundestagswahl von der Krise profitieren wird, und zwar unabhängig davon, ob die Krise dann schon vorbei ist oder nicht. Es hält sich das gerücht der Wirtschaftskompetenz – ob berechtigt oder nicht. Und das gute für die CDU an dieser Krise ist, dass ihr keiner die Schuld daran gibt.
@falkschettler: Ich will gar nicht wissen, was die noch alles im Strategiekeller hat.
@fufu: Es wird so oder so ein schlechtes Jahr. Welches Jahr (sagen wir: seit der Wende) war denn ein Jahr guter politischer Nachrichten?? Die schlechten Nachrichten haben immer die Oberhand gehabt. Merkel weiß das. Und sie weiß, das sie das im dümmsten Fall die Wiederwahl kosten kann.
@Jörg: Ich würde realistisch auch sagen, das die CDU mit Sicherheit stärkste Kraft wird. Das liegt aber nicht an der Wirtschaftskompetenz, die ihr warum auch immer angedichtet wird (mir ist kein Grund ersichtlich), sondern allein an der Schwäche der SPD – und vielleicht auch am Erfolg der Linkspartei, den die CDU dann in im Vergleich zur SPD in sicherlich auch nicht unerheblichem Maße mitzuverantworten hat.
[...] Das muß ich jetzt wirklich mal sagen. Ich bin von der Wirkung von Konjunkturpaketen wirklich alles andere als überzeugt – aber wann sollen solche Maßnahmen denn helfen, wenn nicht jetzt, wo die Konjunktur abflaut, die [...]