Ich will euch was verraten: mir ging es in letzter Zeit nicht wirklich gut – ständig nur noch inspirationslose CSU-Dresche statt längst überfalliger weiterer Plattenteller- Ausgaben. Keine Frage – ich bin in ein tiefes Loch gefallen. Doch dann kam mir links abgebildeter Flyer zugeflogen, den ein Adler im Flug verloren hat. Der nebenstehend abgebildete Indiander gab mir plötzlich wieder Hoffnung, ich schöpfte neue Kraft – und mein Optimismus schien nicht aus der Luft gegriffen (ganz im Gegensatz zu dem Flyer). Laut dem ganz in warmen grün (Farbe der Hoffnung!) gehaltenen Flyer konnte ich auf dem angepriesenen Tagesseminar Geschichten über Mutter Erde hören – gut, das hat mich jetzt noch nicht vom Hocker gerissen. Auch wollte ich keine traditionellen Lieder singen und erfahren, wie sie uns mit dem Leben und der Kraft um uns herum verbinden können – ich musste nicht erst „Modern Talking“ googeln um festzustellen, das der Schuß auch mehr als leicht nach hinten losgehen konnte. Auch schien es mir keine Lösung für mich darzustellen, zu lernen, jeden neuen Tag in einer heiligen Weise zu begrüßen – das dieser fromme Wunsch in Zeiten der Turboglobalisierung längst von der Wirklichkeit eingeholt wurde, muß ich hier keinem erklären. Der letzte Tagesordnungspunkt erregte hingegen mein Interesse: ich wollte lernen, wie ich negative Gedanken in positive Energie verwandeln konnte. Ja, genau das war es. Das wollte ich. Wie kann ich mit meiner Unzufriedenheit über die Kanzlerin die Konjunktur ankurbeln? Wenn mir dies gelingen würde und ich dies weitererzählen würde, hätten wir schnell ein höheres Wirtschaftswachstum als China und Indien zusammen.
Ich war jetzt völlig elektrisiert. Ich wollte unbedingt den Mann kennenlernen, der meine Rente ganz im Gegensatz zu Norbert Blüm mit einem Fingerschnips sichern konnte und so machte ich mich auf nach Eberswalde, um den Heilsbringer in allen Lebenslagen kennenzulernen. Als ich vor der FH Eberswalde am Ort des Geschehens ankam, stellte ich ernüchtert fest, dass das Seminar bereits am 8. Oktober stattgefunden hatte. Ich schaute nochmal auf den Prospekt und mir wurde klar, das dies tatsächlich so war. In totaler Ekstase hatte ich vergessen, mir den Flyer komplett durchzulesen. Dazu hatte ich jedoch Gelegenheit, als ich in Eberswalde am Hauptbahnhof stand und die Durchsage hörte, das sich mein Zug um eine halbe Stunde verspäten würde.
Dort las ich erst, das ich um ein Haar selbst Opfer der Globalisierung geworden wäre. Denn das Seminar hatte natürlich seinen Preis: Seminarkosten bitte als Spende (ab 50€, Schüler, Studenten, Arbeitslose 35€) in bar mitbringen. Und die Verpflegung war dort noch nichtmal inbegriffen: Die Mittagsmahlzeit werden wir in der Mensa der Fachhochschule einnehmen, wo jeder vor Ort sein Essen selbst aussuchen und gleich in bar bezahlen kann. Na toll. Da habe ich ja nochmal Glück gehabt. Adler sollen fliegen!
Gelernt habe ich aber doch was – nämlich, das nicht alles Gute von oben kommt und das Verspätungen bei der Deutschen Bahn auch heilsam sein können!





„Sie spenden gefälligst bitte schön soundsoviel“ … ja, das sind die Ansagen, die ich liebe! Geld für Dummschwätz einsacken und dann nicht versteuern …
Hallo Roman
Du hattest großes Glück, den Flyer zu bekommen; andere bekommen ihn nicht; wahrscheinlich konntest Du ihn noch nicht richtig deuten, so scheint’s.
Daher von mir eine kleine Hilfestellung:
Meditiere so lange wie für Dich nötig mit der Botschaft: „Mit der Erde verbunden“
Viel Glück
Otto Just
Und wen Du an die Lösung angedacht hast; behalte sie bei Dir; alles andere erledigt sich von selbst.
mfg Otto Just
Sorry, aber bei dem Flyer sind wohl eher gesunder Sachverstand und logisches Denkvermögen als Meditation gefragt – auch wenn sich beide Herangehensweisen natürlich nicht ausschließen. Ich bin für meinen Teil jedenfalls mit gesundem Sachverstand zu einer Deutung gekommen, die für mich am meisten Sinn ergibt, und die ich im obigen Beitrag auch auf satirische Weise zum Besten gebe.
Socleh Veranstaltungen sind ohnehin nur dazu da, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen.
kurz zu mala,
kennt eigentlich irgend einer von euch dummschwätzern diesen menschen? ich glaube nicht weil sonst würdet ihr ganz leise sein und sehr gut nachdenken was ihr hier vom stapel laßt! aber es war schon gut das dich dein inneres du nicht erinnert hat an den termin – weil was hättest du denn damit angefangen? bleib dort auf deiner ebene und denk mal über dich nach!
(ruft beim Finanzamt an)
Huhuuuu, Finaaaaanzaaamt:
Könn’n Se mal gucken gehen bei dem Indianer-Onkel Verspotteter Igel, ob der seine Einnahmen ordentlich versteuert?
@c.f.j Hallo erstmal,
ich hab’ da mal die Frage, ob du ihn kennst? Wenn ja, ergeben sich eine Reihe weiterer Fragen: was hat er dir erzählt? Was hat dir das konkret gebracht? Wieviel musstest du dafür bezahlen?
Wäre ich WIRKLICH ERNSTHAFT dran interessiert …
@buchstäblich: Da bin ich aber auf das Ergebnis der Finanzprüfer gespannt.
Kann mir mal jemand verraten, warum 35-50 Euro für eine Tagesveranstaltung Abzocke sein sollen? Würde er es als Gage bekommen wären es 6,25 E Stundenlohn bei 8 STunden Arbeit. Also sorry, das ist nun wirklich keine Abzocke!!!
Sollen jetzt hier alle Leute auf einmal alle umsonst arbeiten und von Luft leben und was nicht geschenkt ist, ist Abzocke??
Und: Es gab einen kostenlosen Vortrag an einem anderen Abend. Also echt, unter Abzocke, verstehe ich was anderes.
schönen Gruß,
jana
Gut, nach deiner Rechnung hast du recht – außer dem Umstand das sich das aufgrund der höheren Teilnehmerzahl natürlich hochsummiert. Aber unter uns gesagt: ich halte den Inhalt des Vortrages für Unsinn (mein subjektiver Eindruck) und damit erklärt sich auch, warum ich den Beitrag für zu hoch halte.
Die Weisheit möge Dein Führer werden und das bedachte Wort.
In Zeiten der Unausgeglichenheit entsteht keine Stabilität wenn man deren Ursprung nicht erkannt hat.
Ich möchte meine, das wir als Menschen unser Mutter Erde wirklich im wahrsten Sinne des Wortes „abzocken“.
Wu
Wir sind absolut einer Meinung, das wir als Menschen unsere Mutter abzocken – ich bin mir aber nicht darüber im Klaren, wie Mala das ändern sollte!?
Niemand ist von absoluter und/oder reiner Weisheit gesegnet – weder ich, noch Mala …
hy lieber roman möller
ich denk mal das es einfach so sein sollte das du diesen workshop verpasst hast
da du einfach nicht bereit warst- (bist) gewisse dinge zu erfahren
aber glaub mir irgendwann kommt auch für dich die zeit wo du solchen dingen aufgeschlossen bist
der flyer war dein erster schritt und auch erster kontakt mit solchen dingen denk ich, es ist ja auch überhaupt nichts schlechtes wenn jemand noch nicht soweit ist
also viel spaß beim entwickeln deiner persönlichkeit und deiner dazugehörigen geisteshaltung
liebe grüße hannes
Um ehrlich zu sein: das war Satire! Falls es noch irgendjemand nicht verstanden haben sollte – ich bin da gar nicht hingefahren. Ich habe den Flyer gelesen und mich darüber aufgeregt, mit welchen aus meiner Sicht unsinnigen Inhalten den Leuten das Geld „aus der Tasche“ gezogen wird. Aus meiner Sicht ist der Besuch eines solchen Seminares einfach Geldverschwendung!
Und das du mir unterstellst, dass das Entwickeln meiner Persönlichkeit und meiner Geisteshaltung noch nicht weit genug fortgeschritten wären, um mir zu Mala eine Meinung zu bilden, ist wirklich nicht die feine Art. Du kennst mich doch überhaupt nicht. Ich lasse mir eben nur ungern das Geld aus der Tasche ziehen!!
Aber du warst ja offensichtlich da: dann begründe mir doch bitte mal, warum das Geld nicht zum Fenster hinaus geworfen war??
Hallo Roman!
Es geht um eine innere Geisteshaltung die sich nach außen verwirklicht. Es ist im Leben immer ein Geben und ein Nehmen, ein „sharen“. In unserer heutigen Konsumgesellschaft wird mehr genommen als Mutter Erde zurrückgegeben. Respekt, Liebe und Erhaltung Ihrer Resourcen ermöglicht nicht nur uns Menschen ein reicheres und gesünderes Leben sondern jeder Lebensform. Wir sind alle miteinander verbunden.
Jeder hat die Entscheidungsfreiheit dort zu sein wo er es ihn hinzieht.
Wir alle so wie jeder einzelne kann durch sein Leben und Entscheidung dazu beitragen.
Es kann sich jeder nur selbst verändern.
Alles Gute
Wu
Hallo Wu,
schön, das du dich nochmal gemeldet hast! Ich gebe dir bei deinem GESAMTEN Kommentar recht – insbesondere bei der okölogischen Komponente sprichst du mir sogar aus der Seele. Aber ich kann nicht erkenne, warum ich für diese Erkenntnis ein solches Seminar besuchen sollte? Das war mir auch schon vorher klar – dir nicht? Was hat das Seminar denn konkret für dich gebracht??
Auch für dich alles Gute.
He Roman Moeller!
Ich denke, jeder, ich so wie du sind frei zu entscheiden, Seminare zu besuchen oder nicht.
Das ist meine eigene Meinung. Ich persönlich respektiere und ehre Mala Spotted Eagle.
Es gibt soviele Wege die zur inneren Wahrheit und zum inneren Selbst, dem Herz führen, man muss nur seiner eigenen inneren Stimme folgen.
Manchmal kommt man durch die „Auseinandersetzung“ zusammen.
Ich wünsche Dir jedenfalls viel Segen und Freude in Deinem Leben.
Namaste
Wu
Hallo Roman Möller!
Ich bin auf ihre Seite gegooglet, da ich ein anderes „Seminarangebot“ von Mala gestolpert bin. Immerhin ist diesmal nicht angegeben, ab wieviel Euro man Spenden darf.
Satyre schön und gut, doch meines Erachtens streifen Sie den Kern der Sache gerade Mal am Rande.
Menschen geben für viele Dinge ihr Geld aus. Freiwillig. Auch für vieles, was in meinen Augen keinen Sinn ergibt. Das ist ihr gutes Recht. Und wenn sie bekommen, was ihnen für den Preis versprochen worden ist, sehe ich darin auch keine Abzocke. Dieses Schlagwort halte ich daher für vollkommen unberechtigt.
Absurd ist es dennoch, da gebe ich Ihnen grundsätzlich Recht.
Ohne die Leistung Malas überhaupt bewerten zu wollen – Er wird sicherlich der Meinung sein, dass er in seinen „Kursen“ etwas leistet. – ist es absurd, für eine Leistung eine Spende zu erwarten. Dies widerspricht der Natur einer Spende. Es ist schlichtweg Schönfärberei eine finanzielle Gegenleistung als Spende zu betiteln!
Schwierigkeiten, Geld für spirituelle Dienstleistungen zu berechnen, ist allerdings ein interessantes Phänomen in der Esoterikszene. Neben unzähligen „Abzockern“, die damit überhaupt kein Problem haben, gibt es eine ganze Reihe von Esoterikern, die dieses Problem durch „Spenden“ oder Ähnliches versuchen zu umschiffen. – Meist mehr schlecht als recht. – Viele „Lehren“ stammen eben noch aus Zeiten, in denen es selbstverständlich war, dass spirituelle „Lehrmeister“ von der Gemeinschaft durchgefüttert wurden. Sie brauchten sich um ihre eigene materielle Grundlage nicht zu kümmern. Entsprechend alltagstauglich sind auch die meisten religiösen Lehren für Menschen, die sich selbst um ihr täglich Brot kümmern müssen.
Warum der „christliche Gott“ Geld braucht, konnte mir meine Religionslehrerin übrigens auch nicht begreifbar machen. Während sie dies den anderen erklärte, musste ich leider draußen auf dem Flur stehen. – Dabei hatte ich doch so gerne eine Antwort gehabt. *grmpf*
Materie (Geld) und Spiritualität: Das ist der eigentliche Knackpunkt. Die chritlichen Kirchen umschiffen dieses Problem geschickt durch die Kirchensteuer. Die meisten Menschen haben sich eh schon damit abgefunden, dass sie Steuern nicht verstehen. Da erübrigt sich das Nachfragen.
Doch diesen Steuerluxus hat Mala nun Mal nicht und seine Lösung ist meines Erachtens totaler Mist.
Wenn ich zu einem Seminar gehe, will ich das genießen und nicht im Nachhinein das Seminar bewerten und in Geld ausdrücken müssen. Es ist auch nicht meine Verantwortung, dafür zu sorgen, dass Mala genügend Geld für seine „Leistung“ bekommt/ gerecht entlohnt wird. In der heutigen Zeit ist es sein Job, den Preis für seine Leistung festzulegen. Augenscheinlich hat er damit aber ein Problem. Und was kann ich von einem Menschen über Erdverbundenheit lernen, der seine eigenen Probleme mit der materiellen Ebene auf seine „Kunden“ abwälzt?
Das ist der eigentliche Witz!
(Gängige Symbolik in der Esoterik:
Finanzen materielle Ebene Erde)
Wenn Malas „kostenloses“ Seminar bei mir in der Gegend wäre, würde ich vielleicht sogar hingehen, um ihm eine Lektion in „Erdverbundenheit des 21. Jahrhunderts“ zu erteilen:
1 Cent würde ich spenden.
Demonstrativ!
Und fragen: „Mala, bist Du Dir nicht mehr wert?“
Liebe Grüße!
Jennifer Brinkmann