Hillary Clinton will trotz deutlichem Vorsprung von Barack Obama (1860 zu 1696 Delegiertenstimmen) ihre Kandidatur nicht aufgeben. Aus ihrer Sicht ist das auch verständlich, da sie natürlich Präsidentin werden will und vermutlich keine zweite Chance bekommt aber auch viel Geld in den Wahlkamp gesteckt hat – man hat ja davon gehört, das sie den Wahlkampf mittlerweile auch aus eigener Tasche zahlt. Außerdem ist der Vorsprung bei 2025 benötigten Delegiertenstimmen auch nicht so groß, das sie völlig chancenlos ist. Das in den USA Obama mittlerweile zum Sieger erklärt wird und sogar eigene Vertraute Hillary Clinton zur Aufgabe ihrer Kandidatur raten kann wohl nur an der derzeit guten Stimmung zugunsten von Barack Obama liegen.
Ich persönlich bin ja für Barack Obama und nicht für Clinton. John McCain wird im Großen und Ganzen die Außenpolitik von Bush weiterführen und es wäre natürlich eine Illusion, das Obama und/oder Clinton die Truppen sofort aus dem Irak abziehen würden (es geht um zu viel für die Rüstungsindustrie!) – wenn überhaupt! Für mich hatte und hat die Wahl des demokratischen Präsidentschaftskandidaten vor allem symbolischen Charakter: während eine Frau als Präsidentin natürlich ebenfalls erheblichen Symbolcharakter hätte, wäre ein Präsident Barack Obama für mich ein noch größeres Statement gegen Rassendiskriminierung. Natürlich ist die in der westlichen Gesellschaft noch immer nicht völlig überwundene Benachteilung von Frauen nach wie vor ein großen Problem – doch so weit ich das aus sicherer Distanz beurteilen kann, ist das Rassenproblem insbesondere in Amerika das Größere – und deshalb wäre mir Barack Obama lieber!



Der Vorsprung von Obama ist schon gewaltig. Selbst mit allen weiteren zu vergebenden Delegierten könnte Clinton ihn nicht einholen. Wer nun wirklich nominiert wird, werden die Superdelegierten entscheiden. Und es sieht tatsächlich so aus, als würde es Obama werden. Der wirkliche Kampf ist aber dann der von Obama gegen McCain. Obama muss hier nicht nur gegen McCain antreten, sondern auch gegen einige Demokraten die statt Obama lieber McCain sehen wollen. Mit allem Rückhalt in der Bevölkerung wird das für Obama trotzdem kein leichter Kampf sein.
Diese Reduktion auf “Frau oder Farbiger?” hatte ich doch vor ein paar Wochen erst beschrieben:
http://zeromant.wordpress.com/2008/03/04/clinton-vs-obama/
@Pierre: Danke für die Hintergrundinfos! Das sie es nur noch mit den Superdelegierten schaffen kann, war mir gar nicht bewusst!
@Andi: Ja, genau. Da hatte ich ja auch schon was kommentiert. Und ich gebe dir recht. Da man im Grunde gar keine Ahnung hat, was da abläuft in den USA, bleibt einem nur die Möglichkeit entweder nach Sympathie zu gehen oder die Frage “Frau oder Farbiger?” zu stellen. Am Ende wird sich an der Politik ohnehin nichts für uns spürbares ändern.
[...] Gott sei es gelobt, das zumindest der demokratische Vorwahlkampf endlich zu Ende ist – mit dem aus meiner Sicht optimalen Ergebnis. Aber ich konnte es zum Ende nicht mehr ertragen. Die ganze Zeit nur [...]
[...] wird. Daher ist es mir auch fast egal, wer Präsident wird. Zur Erläuterung nochmal ein Zitat aus einem Beitrag vom 10.Mai 2008 – zu diesem Zeitpunkt war noch die Vorwahl von Obama gegen Hillary Clinton in vollem Gange: Ich [...]