Auf dem Weiss-Blauen-Sofa tut sich ja leider nichts mehr – da sucht man sich eben Alternativen. Die habe ich heute gefunden, Kurt Beck beantwortet jetzt auch Fragen des Volkes. Ich erlaube mir hier die erste Ausgabe der Podcast-Show „Ihre Frage an Kurt Beck“ zu verlinken, da ich davon ausgehe, das Beck starkes Interesse an einer Weiterverbreitung hat:
Unter dem Label „SPD:Vision“ (ein Widerspruch in sich?) beantwortet Kurt Beck nun auch Fragen von Genossen, die sich mehr denn je danach sehnen, das der Aufschwung endlich bei ihnen ankommt. Für den Vorspann gibt es schonmal Pluspunkte – den Eindruck der Fleissigkeit erweckend sortiert Beck Akten, unterschreibt wichtige Dokumente und informiert sich im Internet nach der Meinung des Volkes.
Dann macht sich jedoch schnell Ernüchterung breit – etwas hölzern begrüßt Beck die Zuschauer und sagt: „Wir haben einen neuen Video-Dialog begonnen als sozialdemokratische Partei.“ Das klingt irgendwie angestaubt, außerdem bietet es unnötige Angriffsfläche – Spötter werden sich fragen: So das ist ja schonmal toll, das ihr überhaupt einen Dialog begonnen habt!
Dann geht es los: „Zu den ersten Fragen die heute eingegangen sind, möchte ich gerne Stellung nehmen.“. Die erste Frage eines gewissen Herrn Berger ist unterdessen gar keine: „Die SPD hat einen Mindestlohn für die Briefzusteller versprochen und er muntert uns auf mit den Worten: lassen sie nicht locker“. Das ist Balsam für die zuletzt so oft geschundene sozialdemokratische Seele! Beck stellt auch sogleich fest: „Wir haben nicht locker gelassen, lieber Herr Berger!“ Das Ganze läuft mir irgendwie zu harmonisch ab, dann eine Bemerkung zum Mindestlohn, die mich stutzig macht: „[...] und ich hoffe, das nicht der Versuch unternommen wird von den Unternehmen, mit Arbeitsplatzverlust oder ähnlichem zu drohen.“ Beck hat also auch Angst vor Arbeitsplatzabbau? Sehr interessant.
Dann der Brief von Frau Koch: „Immer mehr Kinder verwahrlosen und werden von ihren Eltern alleine gelassen – und sie fordert mich auf: tun sie etwas dagegen!“ Beck zeigt sofort Bedauern und bezeichnet die letzten Vorfälle zu recht als „furchtbare Vorstellung“. Aber was soll er auch anderes sagen, wenn die Fragesteller überhaupt keine Frage haben, sondern die selbe Meinung wie Beck vertreten? Dann noch etwas Augenwischerei: Kinderrechte ins Grundgesetz, mehr Besuche durch das Jugendamt, „[...] damit solche schrecklichen Vorfälle nicht mehr passieren.“. Außerdem soll mit den Lehrern in Grundschulen und Erziehern in Kindertagesstätten enger zusammen gearbeitet werden. Das klingt alles zu abgegriffen, nebulös und damit wenig überzeugend.
Dann fährt Beck fort mit der Bemerkung: „Lassen sie mich ein drittes Thema ansprechen, auf das ich mehrfach hingewiesen worden bin.“ Es geht um Bildung, einem Thema, zu dem die SPD in letzter Zeit (zumindest meiner Wahrnehmung nach) wenig gesagt hat. Aber auch hier bekomme ich wieder nur abgedroschene Phrasen zu hören. Kostprobe: „Ich kann nur sagen, für uns gilt: Bildung von Anfang an.“. Die Schlußbemerkung lautet dann: „Wir haben nur eine große Ressource in diesem Land, die Bildung!“
Ich halte also zunächst einmal fest, das der Podcast von Kurt Beck insgesamt zumindest einen professionelleren Eindruck hinterlässt als der Podcast von Markus Söder – was vor allem am Intro liegt. Die „Fragen“ und ihre Antworten beinhalten jedoch wie befürchtet auch nur das übliche Geschwafel mit einem großen Bogen um den heißen Brei. Ich gehe aber davon aus, das es sich in dieser ersten Ausgabe noch um keine realen Frage-Einsendungen handelt (vorher sollen die Genossen auch vom ersten Podcast wissen?), sondern sich die Redaktion die Leserbriefe zur Profilierung ausgedacht hat. Bereits erschienene weitere Ausgaben nehme ich mir dann in Kürze vor.





Soso, Dialog. Darf man da mit einem gleichfalls videologischen Produkt antworten? (nicht dass ich wüsste wie das geht – der Kurt ist mir da weit voraus!)
Ich überlege gerade, ob ich mir die Folge(n) tatsächlich ansehen soll oder lieber deine freundliche Narration als einzigen Eindruck behalten möchte….
Na ja. Was der Podcast wert ist, werden wir erst sehen und hören, wenn wir uns weitere Ausgaben mit „echten“ (Pardon Herr Beck!) Fragen vornehmen. Das werde ich zukünftig natürlich gerne noch machen. Du kannst sie dir also entweder selbst anschauen oder auf eine weitere Narration meinerseits warten.
Mit der Sozialdemokratie habe ich ja mehr Geduld als mit CDU/CSU – aber alles lasse ich Kurt Beck natürlich auch nicht durchgehen.
Wie erreicht man denn den Podcast von Kurt Beck ?
Oh, hab ich das gar nicht angegeben? Sorry. Am besten über den YouTube-Channel mit dem etwas irreführenden Namen „SPD Vision“. Die Adresse: http://www.youtube.com/user/SPDvision
[...] gilt es! 23 02 2008 Kurt Beck macht ja jetzt auch Podcast, ich habe die erste Ausgabe ja hier schon bewertet, ließ aber ein wenig Nachsicht walten – es handelte sich schließlich um Ausgabe [...]
[...] alle angekündigten Spiele werden also wegen der vielen > Ankündigungen eingestellt…und am Schluss erscheint kein einziges. Es werden nur die Projekte eingestellt, bei denen die [...]