Allen, die hier ständig nach Gabriele Pauli nackt suchen kann jetzt geholfen werden. Natürlich habe ich keine Nacktfotos von der Landrätin ausfindig machen können, doch was man nun von ihr hört, darf wohl als erstklassiger kapitalistischer Seelen-Strip bezeichnet werden:
So soll Pauli bereit gewesen sein, dem „Focus“ zur Verfügung zu stehen, wenn dieser 30.000 Euro für das Interview zahlt, berichtet die Zeitschrift. Für den Preis soll dem „Focus“ zudem die Möglichkeit geboten worden sein, zu entscheiden, wie bestimmte Antworten ausfallen könnten. Im Raum steht, dass der „Focus“ sich hätte aussuchen können, dass Pauli entweder eine Kandidatur für die Freien Wähler ankündigt oder mit einem Wechsel zur FDP liebäugele.
Pauli selbst sagt dazu:
„Um meine politische Arbeit fortsetzen zu können, ist es legitim, von denjenigen, die von meinem Engagement profitieren, einen Teil zu verlangen. Ich verfolge wie bisher meinen politischen Weg, ohne auf Steuer- oder Parteigelder zurückzugreifen, wie das sonst üblich ist.“
Das fand ich hochinteressant und so habe ich mal im Büro von Frau Pauli angerufen und mich als Mitarbeiter des KäseSzeneblattes „Barfuss oder Lackschuh“ ausgegeben. Der Sekretär (das Stottern erinnerte mich an den bis kürzlich regierenden Ex-Ministerpräsidenten) war durchaus kooperativ und zeigte mir weitere Möglichkeiten auf, ein Interview auf stark leistungsbezogener Basis zu buchen. Folgende Aussagen wären gegen Extra-Cash ebenfalls drin gewesen:
„Ja, ich habe mir heute morgen die Fußnägel geschnitten.“ (Aufpreis: 10.000€)
„Ich werde an der nächsten Staffel von Deutschland sucht den Superstar teilnehmen.“ (Aufpreis: 25.000€)
„Ich trete beim Promiboxen gegen Axel Schulz an.“ (Aufpreis: 30.000€)
„Ja, sie haben recht. Heute ist schönes Wetter.“ (Aufpreis: 5.000€)
„Ja, ich war zahlendes Mitglied der CSU.“ (Aufpreis: 20€)
„Ich hatte eine Affäre mit Edmund Stoiber.“ (Aufpreis: 100.000€)
„Die Leute in der CSU sind auch nur Menschen.“ (Aufpreis: 10.000€)
„Ich trete bei der nächsten Bundestagswahl als parteilose Kanzlerkandidatin an.“ (Aufpreis: 50.000€)
„Es müsste mehr Frauen wie Eva Herman geben.“ (Aufpreis: 75.000€)
„Der Aufschwung darf nicht an den sozial Schwachen vorbei gehen.“ (Aufpreis: 1€)
„Die CSU war bis zu meinem Austritt die letzte große Volkspartei.“ (Aufpreis: 20.000€)
„Ich habe noch nie Alkohol getrunken oder Drogen konsumiert.“ (Aufpreis: gratis bei Buchung von drei weiteren Aussagen)
Ein beliebiges Franz-Josef-Strauß-Zitat wäre mit 2500€ relativ günstig zu haben gewesen. Sie braucht das Geld also, um ihre politische Arbeit fortzusetzen? Dann wissen wir ja, was uns in der Zukunft noch bevorsteht!
Jetzt habe ich mich gefragt, ob das auch in anderen politischen Lagern ähnlich möglich wäre. Wieviel müsste der Bayernkurier wohl Oskar Lafontaine bezahlen, damit dieser ihm sagt: „Ja. Unsere Politik ist nicht refinanzierbar.“ Da wäre es noch weit günstiger, Guido Westerwelle die Aussage „Es ging mir immer auf den Geist, das in der FDP so viele Mitglieder Doppelnamen tragen. So kann man keinen Wahlkampf machen.“ zu entlocken.
Links zum Thema:
=> Geldforderung: Pauli empört Journalisten (Dwdl.De)
=> Mal ehrlich Frau Pauli (BlickZumTal-Blog)





Ahh, wunderbar, ich lieg unterm Tisch vor Lachen! Jetzt müsste man noch im Lotto gewinnen und dann ließe sich ein Trauminterview zusammenstückeln! Was für eine Aussage ist wohl für 32 Mio € zu haben?
Mal ehrlich Frau Pauli
Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli möchte seit Kurzem für etwaige Interviews bezahlt werden. Vermutlich möchte sie so aus dem beginnenden Verglühen ihres Daseins als Medien-Sternschnuppe noch etwas Kapital schlagen. Jeder muss eben sehen, wo …
@juliaL49: Ich denke für 32 Millionen würde uns Frau Pauli offenbaren, das sie vom selben Planeten wie Nina Hagen aus einer weit entfernten Galaxie stammt. Eine solche Aussage wäre also in mehrfacher Hinsicht unbezahlbar.
eine solche Aussage könnte durchaus überzeugen und würde bei beiden Damen auch einiges erklären
Sehr genial, Roman, ganz großes Kino, ich hab mich gekringelt vor lachen!
@Moritz Papa: Da ist was dran.
@Konna: Das freut mich zu hören. Ich habe den verlinkten Beitrag bei Dwdl gelesen und bin danach in der Stadt unterwegs gewesen. Als ich da so unterwegs gewesen bin, hab ich mir die nach und nach die Feinheiten für diesen Artikel ausgedacht. Plötzlich fielen mir zum Beispiel Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Otto Graf Lambsdorff ein – so kam ich auf die Idee mit dem Westerwelle-Zitat.
Freut mich, das der Beitrag so gut ankommt. Der wird mit Sicherheit in der „Best-Of“-Kategorie landen. Nicht weil er so regen Anklang findet, sondern weil ich ihn auch für einen der besten Satire-Beiträge auf meinem Blog halte.
Könntest du nicht mal eine Preisliste zusammenstellen, was bei den einzelnen Politikern die Aussage „Ich habe keine Anhnung von dem, was ich tue, und das ist auch gut so!“ kosten würde?
toll! könnte glatt von der titanic sein….
grüße
vbernd
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