O: La chambre verte F 1978 | R: Francois Truffaut| D: Francois Truffaut (Julien Davenne), Nathalie Baye (Cécilla Mandel), Jean Dasté (Bernard Humbert), Jean-Pierre Moulin (Gérard Mazet), Jean Lobre (Madame Ramboud), Jean-Pierre Ducos (Pfarrer)
Handlung: Die Handlung spielt ungefähr zehn Jahre nach Ende des ersten Weltkrieges. Der Journalist Julien Davenne ist Mitarbeiter bei einer kleinen Zeitschrift in der Provinz. Er ist ein Meister im Verfassen von Nachrufen. Doch Julien selbst ist ein sehr introvertierter Mensch. Viele seiner Freunde sind Opfer des Krieges und auch seine Frau ist kurz nach dem Krieg verstorben. Doch insbesondere letzteres hat er noch immer nicht überwunden. Für sie hat er sich ein Zimmer in seinem Haus eingerichtet, in dem er täglich mit ihr spricht und ihr seine Ehre erweist. Kurz nachdem er Cécilla Mandel kennen gelernt hat, wird sein grünes Zimmer durch einen Brand fast vollständig zerstört, was für Davenne das erneute Gefühl des Verlustes auslöst.
Kurz darauf erwirbt er eine Kapelle, in der er einen Raum für seine Frau, aber auch alle anderen Toten einrichtet, denen er täglich gedenkt. Auch Cécille trauert um einen Menschen, daher glaubt er eine Person im Leben gefunden zu haben, die ihn versteht. Doch dann stellt er fest, das sie um Paul Massigny trauert – ein Mann, den Davenne einmal zu seinen Freunden zählte, der aber dann seine gemeinsamen Ideale verraten hat.
Nun ist wird Davenne ernsthaft krank, da er unter den Lebenden niemanden mehr hat, den er veehren kann. Ein letztes Treffen in der Kappelle endet mit dem von der Krankheit gezeichneten Davenne. Nun übernimmt Cécilla die Stelle von Julien ein und trauert und gedenkt den Toten.
Anmerkungen: Ein Film ohne jeglichen Humor, was angesichts er ernsten Thematik auch angebracht ist – ich hätte nie gedacht, das mir ein solcher Film jemals gefallen könnte. Doch Truffaut ist durch die sparsame Inszenierung und die klugen Dialoge (auf den der Film ganz und gar ausgerichtet ist) eine kleine Filmperle gelungen. Der Film hat mir zumindest aufgezeigt, das es solche Filme wie diese sind, die den meisten Wert besitzen. Ein Film der im Gegnsatz zu manch anderem oberflächen Streifen zum Nachdenken anregt. Francois Truffaut beweist hier, das er nicht nur ein fantastische Regisseur sondern auch ein großartiger Darsteller ist.
Bewertung:
HUMOR: 0/3
ANSPRUCH: 3/3
ACTION: 0/3
SPANNUNG: 1/3
Fazit: Der Film ist teils schwere Kost, sehr anspruchsvoll – doch wer ihn gesehen hat, wird es kaum bereuen.
Links zum Thema:
=> Truffaut: 20 Jahre tot. Und ich mache mir Gedanken über den Grund, aus dem wir hier schreiben. (Kinopel-Blog)




[...] Die Reihe ist genau genommen längst gestartet, da ich bereits vor einiger Zeit seinen Film “Das grüne Zimmer” rezensiert [...]