„Hallo. Worum geht’s? Ich bin dagegen!“ – ist das eigentlich das Parteimotto der FDP? Ständig wird da alles schlechtgeredet. Zum leichten Schwenk nach links der SPD meint Westerwelle:
„Eine mögliche Koalition mit den Liberalen ist in weite Ferne gerückt.“
Parteivize Cornelia Pieper meint:
„Es wird jetzt sehr schwer mit der SPD zusammenzugehen, mit einer Partei, die nach ultralinks geschwenkt ist, und die jetzt den demokratischen Sozialismus propagiert. Für mich ist es beklemmend zu sehen, das die SPD rückwärts geht – und jetzt alles das will, was die Linke will.“
Dirk Niebel (derzeit auf Platz 14 meiner Top 20 der unsympathischten Spitzenpolitiker – Tendenz: steil aufwärts) meint sogar:
„Der Parteitag bringt die Sozialdemokratie um ihren Verstand. [...] Der Bundestag muß so schnell wie möglich aufgelöst und das Volk an die Urnen gerufen werden. Nach einer Wahl ist eine Koalition der FDP mit der SPD zurzeit außerhalb jeder Vorstellung.“
Mit wem wollen die fehlerfreien Liberalen nach der Neuwahl regieren? Mit unguter Vorahnung rufe ich die Internetpräsenz der FDP auf – sofort fällt mir das Bild des sichtlich aber grundlos entspannten Dirk Niebel auf, daneben steht: Niebel: „Die Kanzlerin regiert nicht.“. Ich denk mir: „Die FDP auch nicht!“ und klicke auf den Link. Zitat Niebel:
„Sie taucht ab bei innenpolitischen Fragen und lässt es laufen. Das ist ein großer Fehler. [...] Insbesondere nach „dem Linksruck ihres Koalitionspartners SPD brennt in Deutschland die Hütte. [...] Das Ergebnis: noch mehr Streit, noch weniger gelöste Probleme und ein Dauerwahlkampf bis zur nächsten Bundestagswahl. Das möchte ich uns allen gerne ersparen: Deshalb brauchen wir Neuwahlen – je schneller, desto besser für unser Land.“
Mit wem will die perfekte FDP denn nun regieren nach der ach so dringend notwendigen Neuwahl? Die einzigen beiden realistischen Koalitionspartner werden zum größten Teil sinnlos schlecht geredet. Das Angela Merkel sich innenpolitisch fälschlicherweise zu sehr zurückhält mag stimmen – das wars dann aber auch schon.
Es ist also schon ein starkes Stück der SPD Populismus und Regierungsunfähigkeit vorzuwerfen, aber selber den ganzen Tag nur oppositionistisches Gerede von sich zu geben! Anstatt also alles schlecht zu machen, sollte man sich auch mal die positiven Aspekte des derzeitigen bundespolitischen Geschehens vor liberale Augen führen: die FDP liegt über der 5%-Hürde, der gesamte Bundesvorstand ist nicht arbeitslos und Dirk Niebel ist in meiner Antipathie-Top20 auf steilem Weg nach oben – was will man mehr?
Links zum Thema:
=> Westerwelle spielt auf Risiko (Spiegel Online)
=> Niebel: „Die Kanzlerin reagiert nicht“ (Fdp.De)




