Vor fünf Tagen hatte ich hier über die Expansionspläne von ARD und ZDF berichtet. Beide wollten jeweils einen Kanal ihres digitalen Bouquets zu Nachrichtenkanälen umbauen, was ich absolut begrüße. Die Betreiber der Sender n-tv (RTL-Gruppe) und N24 (ProSiebenSat1-Gruppe) haben daraufhin leicht allergisch reagiert. Während RTL-Chefin Anke Schäferkordt „dramatische Auswirkungen bis zur Existenzfrage für die Nachrichtenkanäle und die damit verbundenen Arbeitsplätze“ sieht, fürchtet Pro7-Vorstandschef Guillaume de Posch etwas vorsichtiger, „das die Refinanzierbarkeit der privaten Spartenprogramme gefährdet ist.“
Jetzt kommt Günther Oettinger (CDU) ins Spiel. Der ist nämlich nicht nur Ministerpräsident von Baden-Württenberg, sondern auch Koordinator der Medienpolitik der unionsgeführten Bundesländer und als solches auch einer der Empfänger eines der eindringlichen Briefe der oben genannten Personen. Was macht er? Er geht den Privaten voll auf den Leim und nimmt die Befürchtung, das die Expansion von ARD und ZDF Arbeitsplätze kosten könnte, sehr ernst.
Was soll das werden? Natürlich darf das Online-Angebot nur programmbegleitend sein! Natürlich muß die Anzahl der Kanäle sinnvoll begrenzt sein! Aber was spricht bitte genau gegen einen Nachrichtenkanal von ARD und ZDF? Wer spricht eigentlich von Expansion? Es geht um den Ausbau zweier bereits bestehender Kanäle! Schon gemerkt, das die Aktion auch Arbeitsplätze schaffen könnte?
Ich habe noch nicht ein einziges vernünftiges Gegenargument gegen einen öffentlich rechtlichen Nachrichtenkanal gehört? Warum? Ich vermute, es gibt keines …
Links zum Thema:
=> Oettinger: ARD/ZDF-Expansionsdrang bändigen (DWDL.De)
=> Oettinger will Grenzen für ARD und ZDF (Digitalfernsehen.De)




