Ich habe den Eurovision Song Contest nicht gesehen – zumindest nicht die ganze Veranstaltung. Mir hat die Zusammenfassung beim Voting vollkommen gereicht. Es war traurig, wirklich traurig! Heinz Rudolf Kunze hat es bei der so genannten „Grand Prix Party“ mit Thomas Herrmanns auf den Punkt gebracht als er sagte, daß niemand musikalisch auch nur annähernd an Roger Cicero herangereicht hat. Die ungarische Sängerin hatte noch ein halbwegs brauchbares Lied vorgetragen. Aber sonst? Die Ukraine so weit vorne? Eine Sauerei! Nicht weil die Sängerin wie Boy George ausgesehen hat, sondern wegen der Musik und vor allem dem Text. Musikalisch konnte man den Rest komplett vergessen. Die Punkteverteilung war durch Freundschaftsdienste der jeweils angrenzenden Ostblockstaaten geprägt. Der Song Contest hatte es bei mir immer schwer, was die musikalische Relevanz betrifft – aber so kann man die Veranstaltung komplett vergessen!
Mit meiner Meinung stehe ich hier bei dem Bloggern nicht alleine! Auf Julius’ Blog und beim Blog Rausch sieht es ganz genauso aus. Auf Brandy’s Recall wird sich in Sarkasmus geübt – die ukrainische Sängerin wird mit Hella von Sinnen verglichen. Das erinnert mich an die dummen Sprüche von Huge Egon Balder, der bei der „Grand Prix Party“ ständig meinte, das bei allen Songs Pastian Pastewka und Bernhard Hoecker verkleidet aufgetreten sind. Genial daneben, wenn man so will! in der Sprechblase wird der Song Contest gar als muskalische Freakshow bezeichnet, was man auch nicht als falsch bezeichnen kann!
Gibt es überhaupt jemanden (aus deutscher Sicht), der ein positives Fazit dieser Veranstaltung zieht?
Nachtrag: Nachdem ich dem Link auf Karins Blog gefolgt bin, hat mich dieser auf den Blog von Felixander geführt, der einen sehr guten Bericht über den Song Contest geschrieben hat.





Ui, den Hugo Egon Balder hab ich mir gar nicht angetan; sonst hätt ich ein anderes Witzchen über die Ukraine gerissen…
Ansonsten. Man kennt sich. Man mag sich. Eigentlich logisch.Und was man auch mal sagen muss: Zwei der größten Lachnummern kamen von zwei traditionsreichen westeuropäischen Pop-Nationen – England und Frankreich.
Ich als Schweizerin (muahahaaa!) mit deutschem Sofamitsitzer meine: Tatsächlich wären Roger Cicero und die junge Dame aus Ungarn, deren Namen ich mir natürlich nicht merken kann, meine Favoriten gewesen. Der Punkt ist: Beides entspricht überhaupt nicht dem ESC, weder Swing noch Blues. Es entspricht einfach nicht der Zielgruppe (ich natürlich auch nicht, ganz offensichtlich).
Im Übrigen war die Punkteverteilung schon immer durch Freundschaftsdienste geprägt – nur hat sich in den letzten Jahren das Gleichgewicht verschoben durch die neuen Teilnehmerländer. Ich kann’s denen jedenfalls nicht verdenken, dass sie einander unterstützen. Und zu guter Letzt wollen wir dann auch noch festhalten, dass die meisten Westeuropäer – namentlich Grossbritannien und Frankreich, wie Brandrede schon richtig erwähnte, aber auch Irland, Finnland, Spanien und die schon zuvor rausgeflogenen – auch nicht wirklich wählbar waren. Man würde einfach wegschalten, wenn man sich nicht jedes Jahr wieder so wunderbar darüber aufregen könnte, oder?
@Roman: nur mal so nebenbei – zur info für dich: herzlich willkommen in meinem blogroll
und danke für deinen eintrag im blogroll!
Die Balkanmafia hat perfekt funktioniert, nicht so die Russenmafia, die sich nicht auf einen Favoriten aus den ehemaligen Sowietrepubliken einigen konnte.
@Brandrede: Genau! Ich habe ja den Schnelldurchlauf am Ende gesehen und habe dann Frankreich in den Top5 getippt! Knapp daneben! Noch peinlicher waren allerdings die Englänger mit ihren Stewardess-Outfits und den dazugehörigen Armbewegungen. Musikalisch alles Grütze.
@Karin: Richtig. Aber wenn Swing und Blues nicht relevant ist, sondern nur dieser Käse da gestern, dann kann man sich das Geld und den Aufwand sparen. Man darf ja nicht vergessen, das wir eine der vier Nationen sind, die das meiste Geld da reinhauen. Da ist eine gesicherte Teilnahme jedes Jahr nur ein schwacher Trost! Und da du aus der Schweiz kommst: ich bin froh das DJ Bobo nicht dabei war. Natürlich nicht weil er Schweizer ist … sondern weil er musikalisch auch nichts zu bieten hat. Da gab es sicherlich bei euch auch musikalisch besseres in der Vorausscheidung, da bin ich mir absolut sicher!
@Sascha: Danke danke, kein Problem. Bin schon vor ein paar Tagen auf deinen Blog gestoßen – gute Arbeit, weiter so! Wünsche viele vergnügliche Lesemomente!
@Pivu: Obwohl es hart klingt, ist da was dran! Um das zuzuspitzen: stellt euch vor, das alle unsere Bundesländer einzeln angetreten wären. Dann hätte Serbien sicherlich nicht gewonnen! Traurigerweise wäre dann wohl Scooter als Teilnehmer aus Hamburg Sieger gewesen… *heul*
Eine kameradschaftliche Punkteverteilung ist das gewesen. Ich finde hier zeigen die osteuropäischen „Neuzugänge“ das, wofür das „alte“ Europa steht. Anders ausgedrückt: „Einigkeit und Recht und Freiheit…“ auch für Osteuropa.
Meiner Meinung, geht es bei ESC schon lange nicht mehr um Musik. Es geht hier um Auffallen jeden Preis und um Sympathie der Länder untereinander. Ich schliesse mich der Meinung über DJ Bobo romanmoeller an! Er kann überhaupt nicht singen. Es sind seine Tänzerinnen und die Show, welche das Ganze ausmachen. Hinzu kommt – und das ist meine persönliche Meinung – hat man ein Stück von DJ Bobo gehört, hatt man alle gehört. Die Schweiz erhoffte sich mit seinem Internationaeln Promibonus einfach mehr.
Ich frag mich so langsam, warum die westeuropäischen Länder überhaupt noch mitmachen … das Geld und auch die Blamage kann man sich doch wirklich sparen. Selbst wenn sie brauchbare Musik liefern, höher als Platz 12 kommen sie sowieso nie!
Ich hab die Veranstaltung diesmal nicht gesehen, sondern mich mit dem Live-Ticker bei Spiegelonline begnügt. Und ich hatte wenigstens Spaß!
LG
@Roman: Ich glaube, jeder der seine fünf Sinne hier beisammen hat, war ganz froh, dass DJ Bobo der Welt gestern abend erspart blieb. Allerdings habe ich ehrlich meine Zweifel, ob wir etwas Besseres zu bieten gehabt hätten… wer hier im Land einigermassen gute Musik macht, gibt sich für diesen Affentanz nicht her. Eben gerade deshalb: Qualität ist für den Contest nicht relevant – das mit dem Käse hast Du ganz richtig erfasst und das war eigentlich auch genau das, was ich ursprünglich sagen wollte. Ich sehe es als grossen, bunten Zirkus – insofern hätte der Herr Bobo ja doch ganz gut hingepasst.
@Karin: Ganz deiner Meinung!
@Fanny: Das gleiche habe ich mir auch schon gedacht und würde es mir wünschen.
Ich habe nur mal kurz reingeschaut, hab dann aber gleich wieder umgeschaltet
Erstens: Roger war wirklich gut. Zweitens: Unsere Erwartungen waren völlig daneben. Weil wir den Eurovision Song Contest aus unserem Blickwinkel und mit unserer Interessen sehen. Und wir kaperien einfach nicht, dass der Musikgeschmack in vielen Ländern anders ausgeprägt ist als in Deutschland. Hinzu kommt, dass es in verschiedenen Ländern starke Vorbehalte gegen alles gibt, was als „typisch amerikanisch“ wahrgenommen wird. Dafür haben wir schon im vergangenen Jahr „die Quittung“ bekommen und jetzt erneut. Rogers Musik wird als „typisch amerikanisch“ wahrgenommen.
In einem solchen Wettbewerb muss man sich auch den „Regeln“ und „eigenen Gesetzen“ unterwerfen, wann begreifen wir das endlich?
Ich habe auch in meinem Weblog auf unserer Zeitungs-Homepage den Eurovision Song Contest kommentiert (unter: http://www.tlz.de/backstage )
@Nubi: das ist doch nicht das alte Europa! Da hat Bush aber was ganz anderes mit gemeint! Na ja, aber du hast schon recht, was die Kameradschaft betrifft! Wenn man natürlich die Zeitachse aus Sicht des EU-Beitritts betrachtet, handelt es sich allerdings eher um das „neue Europa“ …
@swisspoesia: Das von DJ Bobo ist doch eh alles die selbe Soße. Seine RESPECT YOURSELF-Parolen waren schon unteridisch, aber CHIHUAHUA (ja, den Namen mußte ich googeln) hat den Vogel abgeschossen. Ziemlich peinlich …
@Fanny: Genau! Das Geld können wir uns sparen.
@Karin: Vermutlich hast du recht mit deiner Ansicht, das gute Musik (was ja auch ein bißchen subjektiv ist) nicht mehr gefragt ist beim Grand Prix. Dann hätte Roger Cicero aber auch gar nicht teilnehmen dürfen. Und darüberhinaus muß man dann die Daseinsberechtigung der ganzen Veranstaltung hinterfragen.
@Lucky: Ein neuer Aspekt … so hab ich es noch gar nicht gesehen! Das war gar nicht mein Empfinden, das der Song als typisch amerikanisch wahrgenommen wurde. Ich habe ihn nur musikalisch als am besten wahrgenommen. Das könnte natürlich auch eine Ursache für die Klatsche sein. Insgesamt ist das auch für das „Zusammenwachsen“ von Europa insgesamt ein schlechtes Signal ..
[...] Auf dem Blog vom Roman habe ich einen Kommentar von Lucky gelesen. Er verwies darin auf diesen Link. Und als ich mir den [...]
Um Erfolgreich beim ESC zu sein, muß man sich halt an die Massen anpassen. Ich denke, dass ein Stefan Raab dies erkannt hat, sein Platz jedenfalls spricht dafür. Man kann ihm viel nach sagen, aber wie man erfolgreich produziert weiß er und hat er u.a. auch mit seinem Abschneiden beim ESC bewiesen.
Raab hat mit „Wadde Hadde Dude Da“ damals inhaltlich totalen Quatsch verzapft, aber am Beispiel der Ukraine sieht man, das es funktioniert. Er macht ja immer Quatsch … aber man muß ihm musikalisches Talent zusprechen. Die besten Momente von TV Total sind immer die Momente, wo er Musik macht.
Als Stefan Raab mit seinem stupiden Song den Constest gewann, habe ich nur den Kopf geschüttelt. Das war so etwa das doofste was ich je gesehen habe, nebst Lordi!
Inhaltlich war es schon schwachsinnig, das stimmt! Aber er kennt sich mit Musik aus, das muß ich doch zu seiner Verteidigung sagen. Im Gegensatz zu den letztjährigen Teilnehmern hat er sich aber kommerziell so ausgerichtet, das er auch ein paar Punkte einfahren konnte.
Ich denke auch, dass alles was er anfässt zu Gold wird. Das es viel Schwachsinn ist, zweifelt keiner an, aber die Massen versteht er zu erreichen.
Und genau da müssen zukünftige Teilnehmer des ESC anknüpfen. Ein bischen Frieden oder Wadde hadde dude da. Alles der selbe Mist, aber Erfolgreich
Genau richtig. Gestern hat Hugo Egon Balder bei der anschließenden „Grand Prix Party“ ja mal wieder nur versucht, billige Witze zu reißen. Aber vielleicht hat er recht. Lasst Raab einen Titel schreiben und ihn von Dieter Bohlen produzieren. Singen tut dann Hella von Sinnen – Bastian Pastewka und Bernhard Hoecker treten als Tänzer und Background-Sänger auf!
Totaler Blödsinn, aber dann können wir auch was reißen. Allerdings: wer soll sich den Mist dann ernsthaft anhören? Das taugt doch nur zum Alkoholkonsum während der Ausstrahlung des Grand Prix …
… und für einen der vordersten Plätze … Damit ist der Auftrag erledigt und wir können uns wieder unseren eigentlichen Musikgeschmack widmen
Ich schliesse mich dem Kommentar von Nubi an. Nur ich sage es etwas anderes. Bei uns heisst es Согласие,Действительно,Свобода.
Man merkt auf alle Fälle das die meisten Millionäre in Osteuropa sitzen und der ESC sich mit dem Boxen gleich stellen kann. Alles eine Frage des Geldes.
Das mag sein – aber das Geld kommt doch zu großen Teilen von uns! Wir sind doch eine der vier „Geldgebernationen“, die immer einen Startplatz sicher haben …
Tja, also ich fand die Veranstaltung nicht schlecht! Siehe den dazu passenden Nachbericht und Kommentar in meinem Blog…
http://finyard.wordpress.com